Montag, 18. Januar 2010

FünfeinhalbTage in New York


-Die ersten eineinhalb Tage-
Samstag: Heftige Schneeschauer lassen Deutschland im Schneechaos versinken. Das Radio meldet 150 gestrichene Flüge am Frankfurter Flughafen und ich habe richtisg Schiss, dass wir heute nicht in New York ankommen werden. Aber ein kurzer Blick auf die Homepage lässt mich aufatmen: unser Flug soll püntklich abfliegen.
Wir machen uns auf den Weg mit dem Zug zum Flughafen, müssen einige technische Hürden nehmen bis wir endlich unsere Bordkarte in den Händen halten (die netten Menschen, die das normalerweise für einen machen wurden gegen hässliche Maschinen ausgetauscht, die mir erzählen wollen, dass mein Reisepass kein Pass sei). 9 Kilo und 13 Kilo gepäck haben wir, macht summa sumarum 14 Kilo und 10 Kilo die wir mehr aus new York mit bringen können. Alle Ängste vor dem Sicherheitscheck waren auch umsonst, denn wir sind ja brave Mädchen und die einzigen von circa 10 Menschen die nicht piepsen.
Unser Jumbo („Baden-Württemberg“) sieht aus wie eine Ente und fliegt am Ende doch ganze zwei Stunden später ab als geplant. Eine Stunde holen wir aber auf dem Flug wieder ein und um etwa halb 11 Uhr abends sitzen wir tatsächlich (nach Sicherheitscheck-Fingerabdruck und Verbrecherfoto) in Tony's Taxi. Tony ist der typische Klischeetaxifahrer und einer der nettesten sowieso. Er gibt uns Tipps wo wir abends unbehellicht rumlaufen können und wo nicht, sagt uns wo wir gut shoppen können und nimmt uns den Atem, als zum ersten Mal die Skyline von Manhattan vor uns aus dem Nichts auftaucht. Wir sind hin und weg und können nicht aufhören zu grinsen.
Sonntag: Nach gefühlten 10 Stunden Schlaf wachen wir nach realen 4 Stunden auf. Es ist 4 Uhr morgens und wir zwingen uns irgendwie bis um 7 weiter zu dösen. Nach einem etwas gewöhnungbedürftigen Kaffee im Hostel machen wir uns auf die Suche nach der Subway Station und laufen (als einzige weißen Frauen) durch Harlem. Ein bisschen mulmig ist uns, da uns nur Männer begegnen die (jaja...Vorurteile) aussehen als würden sie uns jeden Augenblick eine Pistole an den Kopf halten. Wir überlegen uns also eine Strategie: möglichst gestresst aussehen und die Straße entlang hetzen, als würden wir genau wissen wohin und was wir wollen.
An der 110th Street Station besorgen wir uns eine unlimited Metrocard und haben jetzt freie Fahrt durch Manhattan! Erste Station: Ess-a-bagel (http://www.ess-a-bagel.com/) in der 23rd Street, angeblich der beste Bagelbäcker der Stadt. (Wie wir aus unserem Reiseführer erfahren, behaupten eigentlich immer alle New Yorker Restaurants/ Diners/ Bäckereis/ etc. das sie die besten der Stadt sind. Wie wir später noch rausfinden werden, ist da etwas wahres dran.). Ein bisschen müssen wir uns an das schrecklich kalte Wetter gewöhnen, in den Straßenschluchten zieht es wie Hechtsuppe. Dafür scheint die Sonne und er Himmel könnte nicht blauer sein.
„Stand clear of the clooosing doors, please“. Die Warnungsstimme in der grünen Subwaylinie ist die schönste Bahnansagerstimme, die ich je gehört habe und zaubert mir jedes Mal wieder ein Lächeln aufs Gesicht.
An der Brooklyn Bridge bekommen wir zum ersten Mal einen Überblick auf ganz New York und das die Hochhäuser doch ganz schön hoch sein können. Und ein krasser Beweis wie kalt es ist: einer der Wassertürme ist geplatzt und voller Eis. Ein schönes Bild mit dem blauen Himmel als Hintergrund :) Leider müssen wir hier auch feststellen, dass wir keine Ahnung haben welches der Hochhäuser welches ist. Ist das da das Empire State Building? Oder der Trumptower...und wo ist das Rockefeller Center??? Ein bisschen peinlich ist es ja schon...aber woher soll man den auch wissen, dass man die meisten eigentlich nur wirklich vom Empire State Building vom 86. Stockwerk sieht, und ansonsten alle (inklusive ESB) eher unsichtbar sind? In vier Tagen werden wir aber bestimmt zu absoluten Pros bei der Gebäudenamenvergabe!
Mittags gibt es Pizza im Grand Central und danach machen wir uns per pedes auf den Weg zum Times Square (denn, New York is a great city for walking! Und, uns tun unsere Füße noch nicht weh), wo uns eine einzige Reizüberflutungen erwartet. Kein Quadratmeter ohne meterhohe und -breite grellleuchtende Anzeigentafeln. Und mitten drinne steht der Naked Cowboy. Den hatte ich fast schon vergessen. Respekt, es ist wirklich „fuckn' freezing“ und der langhaarige Hutträger steht da in einem knallengen Slip, Cowboystiefeln und seiner Gitarre und weist die Mädels an, ihm kräftiger an den Arsch zu fassen. Was macht der Kerl in seinem normalen Leben? Unter der Woche steht er nämlich nicht an seinem Platz für die Touris...jeden Falls nicht im Januar.
Pünktlich zur Dämmerung machen wir uns auf die Suche nach der Staten Island Ferry, die uns an Ellis Island und der Statue of Liberty vorbei schippern soll. Wie es der Zufall so will, sind wir natürlich nicht die einzigen Deutschen auf dem Schiff und ein bisschen macht es sogar den Eindruck, als ob die Einheimischen in der Unterzahl sind. Wo man hinhört und schaut, nur andere Sprachen als Englisch und fotografiernede Menschen soweit die Reeling reicht. Wir hatten heute nicht nur tagsüber perfektes Wetter, extra für uns (das bilden wir uns jetzt mal ein) macht die Sonne einen so herrlichen Abgang auf die andere Seite der Welt, dass die paar Wölkchen am Himmel nur so glühen und mit der Freiheitsstatue um die Wette leuchten.
Nach dem atemberaubenden Sonnenuntergang geht’s zum besten Burger der Stadt, an der Lexington Avenue bei Goodburger (http://goodburgerny.com/). Und tatsächlich, wir haben zwar noch keinen Vergleich, aber für uns ist es auf jeden Fall schon Mal der beste Burger New Yorks.
Ein Selbstversuch als Abschluss des Tages: Wir rufen uns ein Taxi. Wie schon diverse Male tagsüber beobachtet, reicht es aus, sich einfach an den Straßenrand zu stellen und wie wild mit den Händen in der Luft herum zufuchteln. Das nächste Taxi ist uns. Mal ganz abgesehen, dass auf 5 in New York rumfahrende Autos, etwa 4 Taxis kommen, was das rufen sehr einfach erscheinen lässt, hüpfen wir also an einer Kreuzung vor einem heran nahenden Taxi auf und ab. Und....es bleibt tatsächlich stehen. Nach einigen Verständnisproblemen weiß der Taxifahrer auch in etwa wo wir hinwollen, und dank des Bildschirms mit interaktiver Karte, wissen wir auch das wir nicht falsch gefahren werden. Außerdem können wir darauf den aktuellen Wetterbericht, neue Nachrichten und alle möglichen Taxiinfos erkunden. 15$ später sind wir heil in unserem Hostel angekommen und haben dem Taxifahrer sogar noch ein paar Brocken Deutsch beigebracht.


Fortsetzung folgt....



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