Montag, 30. November 2009
Schnee!
Wie schoen das selbst der kanadische Wetterforecast manchmal etwas daneben liegt. Mein morgendliches Ritual besteht darin, erst ein Mal den Vorhang zu oeffnen und nach dem Wetter zuschauen. Fuer heute war eigentlich Sonne und ein paar Wolken vorrausgesagt worden, stattdessen schaue ich in ein Schneegestoeber der feinsten Art (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch wenn keine einzige Flocke laenger als 5 Sekunden auf dem Boden ueberlebt, jetzt hab ich wenigstens noch kanadischen Schnee gesehen :)
Sonntag, 29. November 2009
Morgen Kinder, wirds was geben...
Erster Advent und bis Ende der Woche kein Schnee in Sicht. Dabei hab ich mich doch gerade darauf so sehr gefreut. Jetzt ist mein Koffer schon wieder gepackt und startklar fuer den Abflug via London nach Hause. Kein kanadischer Schnee fuer mich in diesem Jahr. Naja, dann eben naechstes.
Dafuer freue ich mich tierisch auf Weihnachten zu Hause, schnelles Internet, starker Kaffee, weniger Weihanchtskitsch und kuerzere Wege von A nach B! Auch wenn es alles schon frueher kommt als geplant...manchmal laeuft eben nicht alles nach Plan.
Gestern Abend war ich ein letztes Mal bowlen, und habe zichtausend Christmascards zugesteckt bekommen. Danach sind wir zum Abschied noch essen gegangen, und wenn man den Chefkoch kennt, gibt es jede Menge Suesses zum Nachtisch zum ausprobieren. :)
Dafuer freue ich mich tierisch auf Weihnachten zu Hause, schnelles Internet, starker Kaffee, weniger Weihanchtskitsch und kuerzere Wege von A nach B! Auch wenn es alles schon frueher kommt als geplant...manchmal laeuft eben nicht alles nach Plan.
Gestern Abend war ich ein letztes Mal bowlen, und habe zichtausend Christmascards zugesteckt bekommen. Danach sind wir zum Abschied noch essen gegangen, und wenn man den Chefkoch kennt, gibt es jede Menge Suesses zum Nachtisch zum ausprobieren. :)
Freitag, 27. November 2009
Voll bepackt mit schönen Sachen, die das Leben leichter machen...hinein ins Weihnachtsfeeling.
Wo normalerweise die Hockeyspieler ihrem Puck nachrennen, gibt’s es diese Woche das 'Festival of Trees'. Firmen und Organisationen schmücken einen (Plastik-)Baum und diese werden dann (natürlich für einen guten Zweck) entweder direkt verkauft, versteigert oder verlost.
Je nach Größe der Firma oder der Organisation findet man in den Weihnachtsbäumen Wii's plus jede Menge Spiele, DVDs, CDs, Buntstifte, Bücher, Gutscheine, Werkzeuge, Marmelade und so weiter.
Dann gibt es aber auch noch ganz einfach geschmückte Bäume, ohne viele Geschenke. Der Renner in diesem Jahr scheinen mir weiße Weihnachtsbäume mit Lippenstift-, High Heels- und Handtaschen-ornamenten zu sein. Und Schmetterlinge. Ich mag ja Schmetterlinge, aber an einem Weihnachtsbaum? Lebkuchenhäuser in alter Tradition und künstlerisch neu definiert dürfen auch nicht fehlen. Da gibt es ein zuckerüberhäuftes Häuschen, ein Tannenbaum aus grünen und braunen süßen Spagetthis, ein schlafendes Rentier, ein Schokoladengeschäft. Meine Favoriten sind die Häuschen aus Süßigkeiten die auch aussehen wie Häuser...heißt ja immerhin auch Lebkuchenhaus und nicht Lebkucheninsel, Bett oder Baum.
Während wir unseren Weg durch die Bäume, Häuschen und Süßigkeiten bahnen, sorgt eine Sängerin mit Weihanchtslieder für festliche Stimmung. Im Candy Shop entdecke ich zu meiner Überraschung Marzipankartoffeln, Marzipanstollen, Marzipanglücksschweinchen und die kleinen Schokotäfelchen die man an den Baum hängen kann. Alles Made in Germany.
Jetzt noch eine heiße Schokolade, einen Bissen Fudge und ein Candycane und ich fühle mich als ob morgen schon Weihnachten wäre.
Donnerstag, 26. November 2009
Shoppen in Toronto oder welche Verkaufsstrategie hinter A&Fsteckt
Weihnachten naehert sich. Ich sitze mal wieder im Busterminal und warte auf meinen 10.30 Uhr Bus nach Toronto. Dieses Mal sind doppelt soviele Menschen mit von der Partie, und trotzdem bleibt der Sitz neben mir leer. Was womoeglich daran liegt das ich die einzige bin, die sich alleine auf die Reise macht.
Heute ist genau das richtige Wetter zum Bus fahren: grau, nass, kuehl (nicht kalt!!!). Passt genau zu meiner sonst ueblichen Busfahrereimelnacholie und das einzige was mir einen Strich durch die Rechnung macht, ist mein MP3 Player, der komischerweise fast ausschliesslich gute Laune und Sonnenschein Musik spielt.
Eine Stunde und eine dreiviertel Stunde spaeter sind wir in downtown Toronto. In Mitten einer einzigen riesiegen Regenwolke, die so tief haengt das die Hochhaeuser ab der Haelfte verschwinden und man vom CN Tower nur die Spitze erahnen kann. Nach einer Weile PATH (was im Grunde auch nur ein riesiges Shopping Zentrum ist) mache ich mich auf an die Erdoberflaeche um ein wenig Luft zu schnappen. Gluecklicherweise lande ich auf dem Dundas Square und kann meinen Schaufensterbummel direkt im Eaton Centre weiter fuehren. Dort sind gerade zwei Riesenrentiere dabei einen Werbespot zu drehen. Was mich aber mehr anzieht ist mein Lieblingsgeschaeft mit den tollen Umkleidekabinen (siehe fotoalbum).
Zum Spass schnappe ich mir jede Menge Sachen zum anprobieren und im Handumdrehen habe ich Freundschaft mit zwei Verkaueferinnen geschlossen, die, sobald sie raus bekommen haben das ich quasi Touri bin, mir staendig neue Sachen zum anprobieren bringen. Ich kenne jetzt also so ziemlich jedes einzelne Kleidungsstueck, inklusive jedem einzelnen BH (zusaetzlich zu dem tollen Service und den tollen Umkleidekabinen, gibt es auch ein BH-try-on-set: alle Modelle in deiner Groesse in einem Packet zum anprobieren.). Am Ende bekomme ich alles schoen als Geschenke verpackt, mit extra viel Seidenpapier und schoener Schleifchen.
Mein naechster Halt ist A&F. Schon mit dem ersten Schritt moechte ich eigentlich gleich wieder umdrehen, denn es riecht etwas zu penetrant nach dem neuesten A&F Parfuem. Da hat mich aber auch schon einer der huebschen Verkaeufer entdeckt, mir die heutigen Rabatte runtergerattert und gleich ein paar Sachen zum anprobieren in die Hand gedrueckt. Notgedrungen lass ich mich zur Umkleide fuehren (nur halb so spektakulaer wir bei aeries) und bemerke das in der Frauenabteilung ausschliesslich sehr gut ausehende Verkauefer arbeiten. Gross, gut gebaut, gut angezogen (haha) und alle mit einem umwerfenden Laecheln.
Knapp vier Stunden gehen wahnsinnig schnell rum. Noch ein Yogen Fruez Blueberry Breeze Smoothie fuer auf den Weg und schon sitze ich wieder im Bus zurueck nach Hause.
Dienstag, 24. November 2009
talkin' about weather
Seit zwei Tagen ist das Wetter wie es sein sollte kurz bevor der Winter eintrifft: Grau, nass, kühl. Normalerweise also Ende Oktober. Mittlerweile neigt sich der November dem Ende zu und knapp zwei Monate mit jede Menge Sonnenschein und verhältnismäßig warmen Wetter liegt hinter uns. Jeder einzelne Kanadier mit dem ich in den letzten Monaten zutun hatte, freute sich über das Wetter und könnte noch einige Zeit so weiter machen. Ich dagegen hatte gehofft schon bald nach meiner Ankunft hier Schnee zusehen. (Einen Hauch von Schnee hab ich auch schon im Algonquin Park gesehen, aber eben nur einen Hauch). Laut Wettervorhersage wird das aber auch nichts mehr.
Apropos Wetter. Die Kanadier lieben es über das Wetter zu sprechen. Ich habe zwar schon darüber gelesen, aber so richtigt bewusst mit erlebt hatte ich es noch nicht. Aber es stimmt. Beispiel: Mit das erste was ich gefragt werde, wenn Leute rausfinden das ich aus Deutschland komme ist, wie denn bei uns das Wetter so ist. (Einer dachte doch tatsächlich bei uns wäre es kälter, eine andere dachte bei uns wären die Jahreszeiten vertauscht. Und ich dachte die Kanadier sind schlauer als die Amis). Die Nachrichten bringen alle 15 Minuten eine Wettervorschau und wie das Wetter gerade in diesem Moment ist, nachts, morgens und mittags war (war, nicht sein wird!).
Morgen soll es wieder regnen und um meine langsam aufkommende Angst, rechtzeitig alle Weihnachtsgeschenke zusammen zuhaben, habe ich mich entschlossen morgen wieder mit dem Bus nach Toronto zu fahren. Da letzte Woche das Wetter so schön war und ich die meiste Zeit mit Sightseeing verbracht habe, ist das jetzt das perfekte Wetter um Torontos unterirdisches Leben zuerkunden.
Es gibt nämlich tatsächlich ein 27 Kilometer langes unterirdisches Einkaufs- und Vergnügungsviertel in Toronto: PATH – The underground City. Perfekt für schlechtes Wetter und für jemanden wie mich, der seinen Regenschirm gerne vergisst und deshalb keinen besitzt. Da es im Untergrund nicht regnet, brauch ich auch keinen.
Apropos Wetter. Die Kanadier lieben es über das Wetter zu sprechen. Ich habe zwar schon darüber gelesen, aber so richtigt bewusst mit erlebt hatte ich es noch nicht. Aber es stimmt. Beispiel: Mit das erste was ich gefragt werde, wenn Leute rausfinden das ich aus Deutschland komme ist, wie denn bei uns das Wetter so ist. (Einer dachte doch tatsächlich bei uns wäre es kälter, eine andere dachte bei uns wären die Jahreszeiten vertauscht. Und ich dachte die Kanadier sind schlauer als die Amis). Die Nachrichten bringen alle 15 Minuten eine Wettervorschau und wie das Wetter gerade in diesem Moment ist, nachts, morgens und mittags war (war, nicht sein wird!).
Morgen soll es wieder regnen und um meine langsam aufkommende Angst, rechtzeitig alle Weihnachtsgeschenke zusammen zuhaben, habe ich mich entschlossen morgen wieder mit dem Bus nach Toronto zu fahren. Da letzte Woche das Wetter so schön war und ich die meiste Zeit mit Sightseeing verbracht habe, ist das jetzt das perfekte Wetter um Torontos unterirdisches Leben zuerkunden.
Es gibt nämlich tatsächlich ein 27 Kilometer langes unterirdisches Einkaufs- und Vergnügungsviertel in Toronto: PATH – The underground City. Perfekt für schlechtes Wetter und für jemanden wie mich, der seinen Regenschirm gerne vergisst und deshalb keinen besitzt. Da es im Untergrund nicht regnet, brauch ich auch keinen.
Samstag, 21. November 2009
getting prepared for christmas
Der November hat gerade mal etwas mehr als die Hälfte erreicht und schon steht in fast jedem Haushalt (in dem ich bis jetzt war) ein Weihnachtsbaum. Natürlich kein echter, sondern aus Plastik. Kein Naturbaum wuerde es bis zum 25. Dezember aushalten. Ich muss zugeben das die Bäume tatsächlich ganz gut aussehen...aber der Geruch fehlt. Was ist Weihnachten ohne den zarten Duft von Tannenzweigen? Nichts für mich. Trotzdem lass ich mich heute dazu überreden bei der festlichen Dekoration zu helfen. Es ist der 21. November und ich bin noch kein bisschen in Festtagsstimmung. Dazu ist es zu warm, der Schnee fehlt und ich bin noch nicht in der Stimmung Spekulatious oder Bratapfel mit viel Zimt zu essen.
Nichtsdestotrotz bekomme ich drei riesen Kisten mit Deko vor die Nase gestellt und habe freie Hand den schönen Plastikbaum zuschmücken. Am Ende steht ein rot und goldener Baum vor mir und irgendwie habe ich ein bisschen Lust auf Bratapfel. Und große Lust Plätzchen zu backen. Ich mag Weihnachten und alle seine Gerüche. Irgendwie bin ich froh darüber die Adventszeit in Deutschland zu sein und nur den Anfang hier mit zu machen. Viel zu kommerziell und – im wahrsten Sinne des Wortes – zu plastisch, zu glitzernd, zu süß, zu kitschig, zu geruchlos, zu möchte-gern-wir-haben-uns-alle-lieb-und jeder-muss-den-christmas-spirit-fühlen. Zwei, drei Wochen kann man das aushalten, aber über einen Monat lang – definitv zu viel. Sogar für mich. Donnerstag, 19. November 2009
Sightseeing in Toronto oder wie eine einzige Einkaufstuete mich gluecklich machen kann
Es ist Mittwoch morgen und ich sitze im Peterborough Greyhound Terminal und warte mit einer Handvoll älteren Damen auf den 10.30 Uhr Bus nach Toronto. Mittwochs und Samstags bezahlt man nur den halben Preis und heute ist ausserdem der letzte schöne Tag in dieser Woche. Was gibt es da besseres als einen Ausflug nach Toronto?! Mein Plan: Alle Sehenswürdigkeiten betrachten solange die Sonne noch scheint und dann shoppen im Eaton Centre.
Natürlich setzt sich von allen Busreisenden ausgerechnet ein Bierstinkender und -trinkender älterer Mann neben mich, der zu allem Überfluss auch noch einschläft und anfängt zu schnarchen. Gemein wie ich bin, stöpsel ich mir meine Hörer in die Ohren, drehe meinen Kopf zum Fenster und tue abwesend. Was nicht sonderlich schwer ist, denn lange Busfahrten machen mich immer nachdenklich. Da ich nichts zum ablenken lesen kann wandern meine Gedanken in meinem Kopf von der Vergangenheit zur Zukunft und zur Gegenwart und wieder zur Zukunft. Während Autofahrten habe ich postivere Gedanken. Dabei scheint doch grade die Sonne und ich bin auf dem Weg zu einem schönen langen Tag downtown. Wird schon. Nicht sonderlich zu postiven Gedanken trägt die Bustür bei, es macht mich komischerweise ein bisschen nervös das es nur eine einzige Tür im Bus gibt. Nicht das ich mir etwas schlimmes vorstelle, aber falls doch etwas passieren sollte, muss ich erst mal herausfinden wie sich das Emergency Exit Fenster ohne ein Hämmerchen öffnen lässt. (Die perfekte Melodie für eine melancholische Busfahrt: die ersten paar Töne von A fine frenzys 'the minnow and the trout')
Angekommen. Das erste was mir ins Auge sticht ist ein Starbucks. Sehr praktisch, ein Vanilla Latte ist genau das was ich jetzt brauche (ich bestelle mir einen großen 'tall' und bekomme den kleinsten...verdrehte Welt! 'grande' ist mittel und 'vendi' ist am größten) und einen Platz zum sitzen um mich auf meiner Karte zu orientieren. Bringt natürlich nichts, denn sobald ich wieder draussen auf der Straße stehe habe ich alles vergessen und befinde mich auch schon im H&M am Dundas Square (in diesem Monat in Kooperation mit Jimmy Choo) und im nächsten Moment in einem Schuhgeschäft im Eaton Centre mit einem paar Stiefeln zum anprobieren. Als die Verkäuferin mich fragt welche Größe ich brauche, siegt meine Vernunft und ich mache mich auf den Weg nach draussen (mit einem kurzen Stop im GAP Shop – aber nur um kurz zu schauen ob es sich später lohnt einen längeren Stop hier einzulegen) in die Sonne und zur Stadterkundigung.
Erstes Ziel: Der CN Tower. Der größte Turm der Welt (mittlerweile vermutlich nicht mehr). Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten stehe ich schließlich vor ihm. Ich sehe den Glasboden von hier unten und verbringe die nächsten 20 Minuten auf einer Bank in der Sonne und einem gedanklichen Hin- und Her...soll ich hoch oder nicht? Am Ende siegt meine Höhenangst und ich mache mich auf zur Harbourfront, an der ich das letzte Mal 1999 am Canada's Day war und ein Stück Erdbeer-Sahne-Torte von dem metergroßen Kuchen in Form einer kanadischen Flagge gegessen habe. Vor genau zehn Jahren also. Und obwohl ich damals schon genau so groß war, irgendwie kommt mir jetzt alles viel kleiner vor. Hätte es jetzt die normale Temperatur zu dieser Jahreszeit könnte ich jetzt mit Blick auf den Lake Ontario Schlittschuhlaufen. Dazu ist es aber zu warm. Mein Weg führt mich weiter zum Air Canada Centre. Statt einer großen Halle wie ich es erwartet hätte, stehe ich irgendwie vor einem Gebäude das eher nach Büros aussieht als nach Sport. Auf meiner Karte sind es nur noch wenige Meter bis zur Hockey Hall of Fame, also biege ich rechts ab und sehe auch schon von weitem das kleine Häuschen an der Ecke zur Yonge Street. Natürlich interessiert mich die längste Einkaufsstraße der Welt mehr als Hockeyspieler und ich laufe munter weiter, stehe immer wieder viel zu lang an Fußgängerampeln, weil ich damit beschäftigt bin mir die Hochhäuser und Geschäfte anzuschauen, und ständig nur die letzten paar Sekunden der grünen Phase mitbekomme.
Nächstes Ziel: Chinatown. Wenn ich schonmal hier bin und wenn ich schon bald eine Vergleichsmöglichkeit habe, muss ich mir das auch anschauen. Außerdem scheint die Sonne immer noch. Auf dem Weg dorthin treffe ich einen Deutschen, der ausgerechnet in Heidelberg studiert. Er will später auf den CN Tower. Nach einer kurzen Überlegung entschließe ich mich dazu mit zukommen (Take this, Höhenangst!), aber erst nach Chinatown und dem Kensington Market Viertel.
Chinatown ist Chinatown. Ein buntes Geschäft nach dem anderen und ausnahmsweise ist Englisch nicht die dominierende Sprache. Im Gegensatz zu downtown Toronto sind die Häuser hier viel kleiner, die Straßen weiter und es gibt mehr Bäume.
Kensington Market hat auch viele kleine Geschäfte, ist aber viel gemütlicher als Chinatown. Erinnert mich mehr an ein kleines Städtchen in Frankreich als ein Viertel in Toronto.
Wir machen uns also auf zum CN Tower und diesmal zögere ich keinen Moment. Ticket gekauft, durch den Sicherheitscheck (eine seltsame Vorrichtung, die mich an eine Zeitmaschine erinnert und mich von Kopf bis Fuß belüftet...wie kann denn Luft meine Sicherheit feststellen?) und schon stehe ich im Aufzug (mit Glasboden Quadrat) 346 Meter nach oben. Vier Meter weiter unten dürfen sich Mutige auf den Glasboden (den ich vorher noch von unten gesehen habe) stellen. Ich gehöre defintiv nicht zu den Mutigen und mir wird es ein bisschen mulmig zumute als ich davor stehe und Fotos mache (da unten stand ich vorhin), während Menschen hinter mir entlang laufen. Wehe, es stubst mich jemand! Nach einem Rundlauf um den Turm (und meiner Feststellung das das Air Canada Centre von oben durchaus wie eine Sportstätte aussieht), nehmen wir den Aufzug nach oben zum Sky Pod. 447 Meter, 33 Stockwerke über dem normalen Lookout Level, 147 Stockwerke über dem Eingang. Und die Sonne geht unter. Einen besseren Zeitpunkt hätten wir gar nicht erwischen können, jetzt sehen wir Toronto von oben bei Tageslicht, während des Sonnenuntergangs und wenn es dunkel ist mit all seinen bunten Lichtern. Ich glaube meine Höhenangst ist geheilt. Zu mindest teilweise, denn am besten gefällt es mir ganz oben auf dem höchsten Observation Deck, aber es können mich keine zehn Pferde dazu bewegen auch nur einen Schritt auf den Glasboden zu machen. Nach einer Fahrt mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von Fallschirmspringersoldaten die aus einem Flugzeug springen, stehen wir wieder auf festen Boden und – ganz touri-mäßig- im CN Tower Fanshop.
Mittlerweile ist es dunkel, überall funkeln Weihnachtslichter und ich mach mich -wieder alleine- auf die Suche nach meiner Bushaltestelle, damit ich die dann später (nach meinem Shoppingtrip) wieder finde. Auf dem Weg komme ich am Much More Music Studio vorbei und muss mich an einer Horde kreischender Teenies vorbei zwängen, die versuchen ein Autogramm von den beiden A? B? C? Promis (ich hab keinen der beiden kleinen aufgestylten Männleins jemals zuvor gesehen) zu ergattern. Irgendwie habe ich mir meine Bussuche einfacher vorgestellt und muss feststellen das ich mich tatsächlich ein wenig verlaufen habe. Glücklicherweise ist alles einigermaßen quadratisch und nach einem etwas größerem Umweg stehe ich auf dem Dundas Square (Torontos Times Square) und vor dem H&M, mein erster Stop vor circa 6 Stunden. Jetzt muss ich nur noch den Starbucks finden und dann hätte ich schon alles gefunden was ich wollte. Leider stellt sich das doch etwas schwieriger heraus, denn wie es der Zufall so will gibt es hier natürlich an jeder Ecke einen Starbucks. Aber Frau ist ja clever und hat sich die Geschäfte gemerkt an denen sie vorbei gelaufen ist, sowie einen Aufkleber an einem Ampelpfosten an einem Straßenübergang und einen krummen Pfeil auf der Straße. Man muss eben auch einen Blick auf Kleinigkeiten haben, dann findet man schon seinen Weg. Wenn es auch etwas länger dauert. Zum shoppen habe ich jetzt natürlich keine Zeit mehr, nur noch zum essen. Zurück im Eaton Centre (geheimer Eingang durch Sears quasi gegenüber der Bushaltestele gefunden) führt mich mein Weg schnurstracks in den Foodcorner. Fast. Denn was ist ein Shopping Centre ohne Shops. Und natürlich komm ich nicht drumherum wenigstens einen ganz kurzen Abstecher in den Aerie Laden zu machen (die Unterwäsche marke von American Eagle). Und natürlich finde ich auf anhieb zehntausend Sachen die ich unbedingt anprobieren möchte. Wieder sitzen Engelchen und Teufelchen auf meinen Schultern...Essen oder Anprobieren? Da kommt auch schon eine Verkäuferin und führt mich in die schönsten und bequemsten und umwerfendensten Umkleideräume der Welt. Teppichboden, riesen Sofa für die Herren zum warten, angenehmes Licht, das mir nicht alle meine Makel zeigt, einen großen ledernen Hocker, jede Menge Kleiderhaken und einen blauen Knopf mit einem kleinen Vögelchen darauf, der nach einer Verkäuferin ruft wenn ich eine brauche und die mir dann alles bringt was ich möchte oder mir sagt (in meinem Fall) wie gut der 'boyfriend' pj an mir aussieht. Ich will hier bleiben. Mein restliches Leben in diesem Umkleidesalon verbringen. Wirklich. Es ist so schön hier, dass ich beinahe vergesse das ich Hunger habe. Schweren Herzens verabschiede ich mich und gehe zur Kasse (ja, ich hab jetzt einen 'boyfriend' pijama). Dort macht man mir es noch schwerer den Laden zu verlassen, denn ich bekomme eine Schleife um meine neueste Errungenschaft gebunden, eine wunderschöne hellblaue Tüte in der nicht nur mein Pj Platz findet, sondern auch noch zahlreiche blaue, grüne und gelbe Seidenpapiere und eine Schleife, die ich mir von sechs verschiedenen Farben aussuchen darf. (Während die Verkäuferin meine Tasche bepackt, kommt mir die Situation ein bisschen vor wie in 'Tatsächlich Liebe...' wenn Mr. Bean in einem Kaufhaus ganz besonders liebevoll eine Geschenk verpackt und der Käufer es eigentlich ganz eilig hat).
Zum essen bleibt mit zum Glück noch etwas Zeit, aber nicht genug um mich an einer langen Schlange vorm Thai Chef anzustellen. Also esse ich notgedrungen einen McChicken und ein paar French Fries und mache mich wieder auf zur Bushaltestelle.
Zwei Stunden später sitze ich im Auto nach Hause, fühle meine Beine nicht mehr und freue mich immer noch wahnsinnig über meine eine Einkaufstüte und bin ganz stolz auf mich das ich mich tatsächlich auf den 447 Meter hohen CN Tower gewagt habe. Als ich aus dem Auto steige und in den sternenklaren Himmel schaue (ich hab selten soviele Sterne gesehen wie hier in Canada), sehe ich auch noch eine Sterneschnuppe. Was füer ein gelungener Tag.
TV-Werbung hier und da
Fernsehwerbung geht den meisten auf die Nerven. Ich schließe mich da nicht aus, mit einigen Ausnahmen. Dann nämlich, wenn ich gerade eine sehr lange Zeit hinter mir habe in der ich keinen Fernseher mein eigen nennen konnte. So geschehen vor noch gar nicht allzu langer Zeit. Ohne Fernseher lässt es sich tatsächlich ganz gut leben, vorrausgesetzt man hat Internetzugang. Denn damit kann man nicht nur kommunizieren, einkaufen und sich informieren. Nein, mittlerweile kann man auch ziemlich viele Serien, Nachrichten und Fernsehfilme ganz bequem auf dem eigenen Laptop oder Computer anschauen. (Fast) ganz ohne Werbung.
Nichtsdestotrotz (und dank langsamer Internetverbindung) bin ich hier mittlerweile wieder unter die Fernsehschauer geraten. Was anfangs noch wirklich Spaß gemacht hat, denn schließlich kannte ich (außer der Schwangerschaftstestwerbung und dem VW Abspann) keinen einzigen Spot, ist zur Tortur geworden. Würde man aus allen Sendungen die Werbung herausschneiden, blieben am Ende bei einer halbstündigen Show wohl nur 15 Minuten übrig. Meine Vermutung.
Heute morgen habe ich mir mal die Zeit genommen und die Zeit von einem Werbeblock zum nächsten während einer ein-stündigen Show gestoppt. Ergebnis: Die ersten 21 Minuten waren werbefrei, dann kamen 5 Minuten Werbung. 6 Minuten Show. 4 Minuten Werbung. 2 (!!!) Minuten Show. 4 Minuten Werbung. 7 Minuten Show. 3 Minuten Werbung. 2 Minuten Show. Werbung.
Meine nächste Investigation galt dem Inhalt der Werbung. Und mit Erstaunen (oder auch weniger, denn wenn ich mir es recht überlege, wundert es mich kein bisschen) habe ich festgestellt, dass die Mehrheit der Spots etwas mit Gesundheit und allgemeinem Wohlbefinden zu tun hat. Ein Lottospiel wird mir joggenden Leuten beworben, Milch mit Knochenkrankheit, Vitaminzusätze helfen generell dem Wohlbefinden, Viagra macht Werbung mit müden Männern die wieder munter werden, ein Spot befasst sich nur mit Hände waschen, lokales Gemüse ist besser für die Gesundheit, Jenny Craig hilft beim abnehmen, und so weiter und so fort.
Der Rest der Werbung besteht aus Autos (wieso darf eine japanische Automarke in seinem Spot ungefähr 10 Mal das Wort 'smart' benutzen ohne in einen Konflikt mit dem Auto 'smart' zu geraten?) und Geldanlagen.
Nichtsdestotrotz (und dank langsamer Internetverbindung) bin ich hier mittlerweile wieder unter die Fernsehschauer geraten. Was anfangs noch wirklich Spaß gemacht hat, denn schließlich kannte ich (außer der Schwangerschaftstestwerbung und dem VW Abspann) keinen einzigen Spot, ist zur Tortur geworden. Würde man aus allen Sendungen die Werbung herausschneiden, blieben am Ende bei einer halbstündigen Show wohl nur 15 Minuten übrig. Meine Vermutung.
Heute morgen habe ich mir mal die Zeit genommen und die Zeit von einem Werbeblock zum nächsten während einer ein-stündigen Show gestoppt. Ergebnis: Die ersten 21 Minuten waren werbefrei, dann kamen 5 Minuten Werbung. 6 Minuten Show. 4 Minuten Werbung. 2 (!!!) Minuten Show. 4 Minuten Werbung. 7 Minuten Show. 3 Minuten Werbung. 2 Minuten Show. Werbung.
Meine nächste Investigation galt dem Inhalt der Werbung. Und mit Erstaunen (oder auch weniger, denn wenn ich mir es recht überlege, wundert es mich kein bisschen) habe ich festgestellt, dass die Mehrheit der Spots etwas mit Gesundheit und allgemeinem Wohlbefinden zu tun hat. Ein Lottospiel wird mir joggenden Leuten beworben, Milch mit Knochenkrankheit, Vitaminzusätze helfen generell dem Wohlbefinden, Viagra macht Werbung mit müden Männern die wieder munter werden, ein Spot befasst sich nur mit Hände waschen, lokales Gemüse ist besser für die Gesundheit, Jenny Craig hilft beim abnehmen, und so weiter und so fort.
Der Rest der Werbung besteht aus Autos (wieso darf eine japanische Automarke in seinem Spot ungefähr 10 Mal das Wort 'smart' benutzen ohne in einen Konflikt mit dem Auto 'smart' zu geraten?) und Geldanlagen.
Montag, 16. November 2009
I'm walking...
Eine Woche voller Sonnenschein liegt hinter mir. Mit jedem neuen Tag gab es einen neuen Spaziergang (Trail) für mich zu entdecken. Am letzten Sonntag habe ich ein Indiander-Grabhügel besucht, dabei einen knallroten Kardinal (Vogel) gesehen, jede Menge Blue Jays (noch mehr Vögel) und meine geliebten Eichhörnchen.
Am Montag haben wir 'the World's Finest' Schokoladenfabrik besucht (die im Gegensatz zu Mannheim kein bisschen nach Schokolade riecht), voll mit schokoüberzogenen Nüssen und Rosinen, Milchschokolade gefüllt mit Karamel, Kirschschnaps oder Kokos alle samt in weihnachtlicher Deko verpackt und ready to go into the stockings. Kaum ist also Halloween vorbei, hält Weihnachten Einzug in die Geschäfte und in die Häuser, die jetzt schon alle voller Lichterketten hängen und in ihren Gärten lebensgroße, beleuchtete Schneemänner, Santas und Rentiere stehen haben. Keine Werbung ohne 'Ho Ho Ho', Weihnachtsbaum oder Jingle Bells Glockengeläute. Eins muss man den Kanadiern aber lassen, sie finden in jedem Feiertag die Möglichkeit Gutes zu tun: für einen guten Zweck werden Spielzeuge gesammelt, Essenspackete gespendet und Geld für wohltätige Organisationen gesammelt. (Mit Ausnahme von drei Männern die Anfang Oktober einen LKW voller gespendeter Kuscheltiere geklaut haben).
Am Dienstag habe ich mich wagemutig über eine Hängebrücke gewagt, die zu meinem Schrecken auch noch nur aus Gittern bestand (und ich normalerweise einen seeeeeeehr großen Bogen um jegliche Gitter mache, über die man laufen müsste). Todesmutig habe ich also die Brücke bezwungen, unter mir rauschendes Wasser, das nur darauf gewartet hat das ich rein falle. Auf der anderen Seite angekommen gab es eine Miniaturausgabe der Niagara Fälle und die Erkenntnis, dass es kein anderen Weg zurück zum Auto gibt als über die Brücke. Zwei Mutproben an einem Tag bestanden.
Der nächste Trail führte mich nach Warsaw. Wieso man eine Stadt nach einer anderen Stadt benennt bleibt mir ein Rätsel. Mitten im November, bei 13 Grad Celsius, einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 90% stapfe ich über grünen Moos-Waldboden und seltsam natur-geformte Steinplatten. Es riecht nach Pinien (erinnert mich immer an campen), feuchtem Moos und klarem Quellwasser. Außer dem Rauschen des Flusses und einem aufgebrachten Blue Jay, hört man nur seine eigenen dumpfen Schritte auf dem Waldboden. Nach zwei Stunden fühle ich mich wie frisch aus einem Spa, meine Haut ist von der Waldluft ganz weich und meine Haare kräuseln sich von der hohen Luftfeuchtigkeit.Ich und Vampire
Nach einem kinderreichen Freitag, verbringe ich den Abend mit einem Date, der es vorzieht mich auf der Couch sitzen zu lassen und sich ganz und gar auf sein World of Warcraft Spiel konzentriert. Also begnüge ich mich mit einer Flasche Chardonnay und seiner riesigen DVD Auswahl, statt einem Kinobesuch (aus mir unergründlichen Gründen will ich 'The men who stare at goats' sehen – mal ganz abgesehen davon das Mr. Clooney mitspielt – ist das doch auch nur wieder ein dämlicher Amistreifen). Statt Männern die auf Ziegen starren, schaue ich mir den 'Count of Monte Christo' an (als Andenken an zahlreiche Englischstunden in der Realschule) und höre mir Pierce Brosnans nicht ganz so schöne Singstimme in 'Mamma Mia!' an. Der Abend endet letztendlich mit Twilight. Auch wenn ich normalerweise Vampiren absolut nichts abgewinnen kann (Gründe warum ich mir den Film überhaupt ansehe: 1. weil ich mittlerweise gut angedüdelt bin und mir sicher sein kann das ich tief und fest schlafen werde ohne von spitzzähnigen Menschen zu träumen und die halbe Nacht wach zu liegen und mir bei jedem Geräusch überlegen muss ob es vielleicht doch Vampire gibt und 2. damit ich sagen kann ich mag immer noch keine Vampirfilme), muss ich ganz ehrlich zugeben das Twilight gar nicht so schlecht ist. Das seltsame Licht im Film stört mich zwar und die ungesunde weiße Farbe im Gesicht der Darsteller sieht eher nach schlechtem Visagisten aus, als natürliche helle Haut, aber die Liebesgeschichte find ich süß. So süß das ich es tatsächlich nicht abwarten kann den zweiten Teil zu sehen. Und der kommt schon am Freitag ins Kino und damit steht mein nächstes Date: Mit einer Tüte Popcorn.
Samstag, 14. November 2009
Ein Tag voller Babies
Auch wenn ich schon einige Zeit mit den drei Kidies verbracht habe, einen ganzen Tag von morgens bis abends noch nie. Zum allerersten Mal in meinem Leben habe ich ein Baby gewickelt, angezogen, im Babyrucksack spazieren getragen, waehrend der zweijaehrige Bruder an meiner Hand alle drei Sekunden stehen bleibt und mir ein buntes Blatt, ein Eichhoernchen, ein Auto oder ein Mensch zeigt. Habe zum ersten Mal ein Baby gefuettert, und entgegen allen Warnung hat es sogar seinen Brei ohne Widerwillen gegessen und mich dabei noch angelaechelt. Ich bin ganz stolz auf mich das ich keinem der Babies ein Knochen gebrochen habe und keins zum weinen gebracht habe. :) Der grosse Bruder ist jetzt um einige Kinderreime reicher, allerdings auf Deutsch (und ich bin ganz erstaunt wieviel Reime und Lieder ich noch auswendig kann wenn ich nur die Melodie dazu hoere). Nach dem Abendessen mache ich mich wieder vom Acker und bin froh die drei abgeben zu koennen und habe schreckliches Mitleid mit der Mutter, die sich die meiste Zeit alleine um ihre Kinder kuemmern muss.
Mittwoch, 11. November 2009
Planaenderung
Meine Pläne haben sich ein bisschen geändert. Die ganze Wirtschaft ist durcheinander und nach etlichen Telefongesprächen mit potentiellen Arbeitgebern für mich hier steht fest, dass ich in diesem Jahr mit keinem vernünftigen Job mehr rechnen kann. Also hab ich mich entschlossen nach Weihnachten in New York mit einer Rundreise zu starten und die Zeit bis dahin mit planen, einem Besuch zu Hause und kleinen Nebenjobs zu verbringen.
Wenn nicht jetzt, wann dann?! Mit einer festen Arbeitsstelle habe ich nicht mehr viele Möglichkeiten einfach mal auszureissen und mich auf zu machen ein Land zu entdecken. (Bin ich froh das ich die Staatsangehörigkeit dieses Landes besitze, denn damit kann ich ohne weiteres zwischendurch auch einfach mal irgendwo arbeiten...Sollte meine SIN bis dahin aufgetaucht sein). Gerade weil ich mir selbst noch nicht ganz zutraue alleine meinen Weg zugehen, will ich mir genau das beweisen. Carla auf Selbstfindungstrip sozusagen. Und was danach kommt werde ich sehen. (Es sei denn jemand bietet mir aus heiterem Himmel einen Traumjob an, den ich nicht saußen lassen kann ;) )
Wenn nicht jetzt, wann dann?! Mit einer festen Arbeitsstelle habe ich nicht mehr viele Möglichkeiten einfach mal auszureissen und mich auf zu machen ein Land zu entdecken. (Bin ich froh das ich die Staatsangehörigkeit dieses Landes besitze, denn damit kann ich ohne weiteres zwischendurch auch einfach mal irgendwo arbeiten...Sollte meine SIN bis dahin aufgetaucht sein). Gerade weil ich mir selbst noch nicht ganz zutraue alleine meinen Weg zugehen, will ich mir genau das beweisen. Carla auf Selbstfindungstrip sozusagen. Und was danach kommt werde ich sehen. (Es sei denn jemand bietet mir aus heiterem Himmel einen Traumjob an, den ich nicht saußen lassen kann ;) )
Remembering
Seit gut zwei Wochen haben so ziemlich alle Kanadier (und alle Amis) eine kleine rote Plastik-Mohnblüte an ihre Kleider gepint. In jedem Laden steht eine weiße Box, für eine kleine Spende darf man sich eine Blüte nehmen und sich gemeinsam mit dem Rest der Welt an alle Kriegsveteranen erinnern. Heute ist Rememberance Day und ein freier Tag für alle Menschen die für die Regierung arbeiten. Um Punkt 11 Uhr soll das ganze Land in einer Schweigeminute inne halten, egal ob man gerade beim einkaufen ist, beim Kaffee trinken oder wo auch immer. In den großen Städten gibt es Paraden (woher haben die Nordamerikaner nur die Idee für alles und jeden Paraden abzuhalten?), in den kleineren Städten gibt es die erst am Wochenende. Aber es gibt sie. Diese Woche stand in der Zeitung das es nur noch sehr wenige Veteranen aus dem ersten und dem zweiten Weltkrieg gibt, und man deshalb umso mehr an sie erinnern muss.
Im Fernsehen laufen in jeder Werbepause Spots zur Erinnerung an was man sich erinnern muss, und mir ist das ganze ein bisschen befremdlich. Statt an vergangene Zeiten zu erinnern, sollten sie sich vielleicht mal Gedanken über ihre jetzigen Kriege machen und darüber was sie den armen Jungs und Mädchen antun, die sich mit ihren 18 Jahren nichts besseres vorstellen können als für ihr geliebtes Land in den Krieg zu ziehen. Dann entweder im Sarg nach Hause kommen oder nervlich so am Ende das man mit ihnen nicht mehr viel anfangen kann.
Sonntag, 8. November 2009
Sunny Sunday
Man mag es kaum glauben, aber jede einzelne Sonntag den ich jetzt in Kanada verbracht habe war voller Sonnenschein und wolkenlosem Himmel. Noch unglaublicher ist, das ich heute fast den ganzen Tag damit verbracht habe, im NOVEMBER, im kuzaermeligen Shirt und hochgekrempelten Hosen, auf der Terrasse zu sitzen und ein ganzes Buch zu lesen bis die Sonne hinter dem Huegel auf der anderen Seite des Sees verschwunden war. Die fuenf Minuten, in denen der goldene Ball vom strahlend blauen Himmel hinter den schwarzen Huegel versinkt und dabei das Wasser golden glitzern laesst, wuerde ich gerne jedem zu Weihnachten schenken. Und dazu der Geruch vom See, von der kuehlen Luft und dem Herbstlaubblaetterhaufen neben mir. (Den wuerde ich gerne einfangen in einer kleinen Dose und immer bei mir haben.). Friedvoller kann ein Tag gar nicht enden. Hoechstens noch ein Schaukelstuhl und eine heisse Schokolade dazu. Dafuer war es aber heute definitv zu warm.
Samstag, 7. November 2009
Freitag, 6. November 2009
It's time for coffee...
Es ist wirklich der Wahnsinn wie Kaffeesüchtig hier alle sind. Egal zu welcher Tageszeit man an einem Tim Horton's, Starbucks oder ähnlichem vorbei fährt, die Drive Throughs sind immer voller Autos. Keine Chance ohne Wartezeit an einen Kaffee zukommen. Egal ob im Auto oder, wer es tatsächlich schafft sein Auto draussen zu parken und seine beiden Füße benutzt um ein paar Meter zu laufen, die Tür auf zu schubsen und sich hinten in der Warteschlange im Geschäft anzustellen – Wartezeit von mindestens 10 Minuten garantiert. Da ich alle Zeit der Welt habe, macht mir das aber nicht viel aus.
Ich sitze im integrierten Starbucks bei Chapter's (großer Bücherladen) auf einem der gemütlichsten schokoladenfarbenen Sofas der Welt, nutze das kostenlose Internet, trinke meinen Venti Vanilla Latte und gönne mir einen Lemon Cranberry Muffin, während ich darauf warte das Chapter's seine Gitter öffnet. Mhm, lecker. Der größte Kaffee den man bekommen kann ist ein 571 ml großer Becher und ich frage mich wieso ausgerechnet 571ml in den roten Pappbecher mit weihnachtlichen Ornamenten passen. Ist das in einer anderen Messeinheit eine gerade Zahl? Aber wenn ja, dann könnte man doch die Messeinheit angeben, und nicht die ziemlich durcheinandergewürfelten 571 Mililiter.
Genauso unergründlich finde ich die Anzahl der Kaffeebecherhalter in Autos. Zwei zwischen den Vordersitzen verstehe ich. Einer für den Fahrer und einer für den Beifahrer. Aber wozu braucht man jeweils einen an der Tür, vier zwischen den Sitzen und manchmal sogar noch zwei ausklappbare unter dem Radio? Kein Mensch braucht 8 Kaffeebecherhalter in seinem Auto, und vor allem kein Kanadier, der sowieso meistens alleine in seinem Auto durch die Gegend kurft. Mir soll es recht sein. Chapter's hat seine endlich Gitter geöffnet und ich werde jetzt meinen 571ml ungesüßten Vanilla Latte schnappen und durch die Bücherregale streifen, auf der Suche nach neuem Lesematerial und Weihnachtsgeschenken. (Beute zwei Stunden später: 4 neue Bücher, zwei Weihnachtsgeschenke, eine Weihnachtskartenbox, ein Magazin und eine weitere Geschenkidee)
Dienstag, 3. November 2009
A little lost
Wieviel Mut muss man haben um sich in ein neues, ungewisses Leben zu stürzen? Sehr viel, wuerden wohl die meisten antworten. Gar nicht viel, wuerde ich sagen. Jedenfalls nicht wenn man das Privileg hat zwei Staatsangehörigkeiten zu besitzen (ohne die ich jetzt nicht hier sitzen wuerde). Anonsten reicht eine große Portion Optimismus. Man muss vielleicht auch ein wenig an sich selbst glauben und Lust auf etwas Neues haben.
Nichtsdestotrotz kommen mir immer wieder Zweifel wirklich das richtige getan zu haben. So ueberstuerzt mich auf zu machen in mir unbekannte Gewässer, mit nichts in der Tasche als einen Bachelorabschluss, einem Koffer voller Kleider, eine sehr, sehr große Portion Optimismus und auch ein kleines bisschen der Drang mich selbst zu finden.
Nach einem Monat munterem Ämtertingeltangel, Jobsuche, Workshops, Bowlingabende, Hockeyspielen und zahlreiche Erkentnisse über die kanadische Gesellschaft und ihre Sitten und Bräuche, verlässt mich mein Optimismus mit jedem Tag ein bisschen mehr noch in diesem Jahr einen Job zu finden und ich frage mich jeden Tag aufs neue ob ich nicht doch etwas zu unueberlegt gehandelt habe. Hätte ich vielleicht nicht doch lieber warten sollen, bis ich einen Job in der Tasche habe, und dann erst meinen Flug buchen...?
Andererseits wollte ich doch auch ein bisschen reisen und dazu wäre jetzt ein guter Zeitpunkt. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr muss ich feststellen, dass ich kein Mensch bin der sich gerne alleine in Abenteuer stürzt. Jedenfalls nicht in Reiseabenteuer. Liebend gerne würde ich mir jetzt ein Auto kaufen, mit jemanden eine Reiseroute aussuchen und mich auf ins Roadtrip-Abenteuer machen. Aber ganz alleine? Dazu fehlt mir der Mut, muss ich mir ganz ehrlich und unverbluemt eingestehen.
Die Flinte ins Korn werfen kommt aber nicht in Frage. Dazu ist es zu früh, und ich zu stolz. Mit einem neuen Monat kommen neue Möglichkeiten. Mein Englisch verbessert sich von Tag zu Tag, ich weiß jetzt wie hier der Bewerbungsprozess abläuft, habe eine ganze Menge neue Menschen kennen gelernt. Und sollte ich am Ende diesen Monats wirklich keinen Job in der Tasche habe, verbringe ich Weihnachten eben zu Hause, bombardiere weiterhin sämtliche für mich interessante Human Resources mit meinem Lebenslauf und starte einen neuen Versuch im Januar im nächsten Jahr (Vielleicht findet sich ja dann auch jemand der Lust hat auf einen Roadtrip von Coast zu Coast.). Den Wille verliere ich nicht so schnell, höchstens die Liquidität.
Man soll die Dinge so nehmen wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, daß die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte. (Curt Goetz)
Nichtsdestotrotz kommen mir immer wieder Zweifel wirklich das richtige getan zu haben. So ueberstuerzt mich auf zu machen in mir unbekannte Gewässer, mit nichts in der Tasche als einen Bachelorabschluss, einem Koffer voller Kleider, eine sehr, sehr große Portion Optimismus und auch ein kleines bisschen der Drang mich selbst zu finden.
Nach einem Monat munterem Ämtertingeltangel, Jobsuche, Workshops, Bowlingabende, Hockeyspielen und zahlreiche Erkentnisse über die kanadische Gesellschaft und ihre Sitten und Bräuche, verlässt mich mein Optimismus mit jedem Tag ein bisschen mehr noch in diesem Jahr einen Job zu finden und ich frage mich jeden Tag aufs neue ob ich nicht doch etwas zu unueberlegt gehandelt habe. Hätte ich vielleicht nicht doch lieber warten sollen, bis ich einen Job in der Tasche habe, und dann erst meinen Flug buchen...?
Andererseits wollte ich doch auch ein bisschen reisen und dazu wäre jetzt ein guter Zeitpunkt. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr muss ich feststellen, dass ich kein Mensch bin der sich gerne alleine in Abenteuer stürzt. Jedenfalls nicht in Reiseabenteuer. Liebend gerne würde ich mir jetzt ein Auto kaufen, mit jemanden eine Reiseroute aussuchen und mich auf ins Roadtrip-Abenteuer machen. Aber ganz alleine? Dazu fehlt mir der Mut, muss ich mir ganz ehrlich und unverbluemt eingestehen.
Die Flinte ins Korn werfen kommt aber nicht in Frage. Dazu ist es zu früh, und ich zu stolz. Mit einem neuen Monat kommen neue Möglichkeiten. Mein Englisch verbessert sich von Tag zu Tag, ich weiß jetzt wie hier der Bewerbungsprozess abläuft, habe eine ganze Menge neue Menschen kennen gelernt. Und sollte ich am Ende diesen Monats wirklich keinen Job in der Tasche habe, verbringe ich Weihnachten eben zu Hause, bombardiere weiterhin sämtliche für mich interessante Human Resources mit meinem Lebenslauf und starte einen neuen Versuch im Januar im nächsten Jahr (Vielleicht findet sich ja dann auch jemand der Lust hat auf einen Roadtrip von Coast zu Coast.). Den Wille verliere ich nicht so schnell, höchstens die Liquidität.
Man soll die Dinge so nehmen wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, daß die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte. (Curt Goetz)
Sonntag, 1. November 2009
Spoooky
Buuh! Halloween ist immer noch nichts für mich. Ein lustiger Nachmittag mit meiner former sister on loan, ihrem Freund und zwei Kürbissen. Wir bekritzeln unsere Kürbisse mit schwarzem Edding, ohne daran zu denken das man die Farbe vermutlich nicht wegbekommt. Glücklicherweise entscheide ich mich gleich für mein erstes Motiv, während Nikole und Lee ganz und gar nicht mit ihrem Piratengesicht zufrieden sind und jetzt versuchen mit Alkohol und Nagellackentferner die schwaze Farbe wieder abzuschrubben. Funktioniert nicht. Lee hat den Einfall mit dem Messer drüber zukratzen, was aber in Hautverlust seitens des Kürbisses resultiert. Bevor die beiden zu zweit für einen Pumpkin länger brauchen als ich für einen, beschliessen sie das ihrer die Schweinegrippe hat und befreien den armen orangen Klops auf einer Seite komplett von seiner Schale.
Da der Schreckenstag in diesem Jahr auf einen Samstag gefallen ist, wird heute in Kostümen gebowlt. Ich gehe als ich selbst, und bekomme prompt ein Paar Teufelshörner aufgesetzt, blutroten Lippenstift aufgemalt und ein Dreizeick in die Hand gedrückt. Jetzt bin ich also eine Teufelin. Heute abend sind die Teams wild durcheinander gewürfelt, ich darf mit den beiden Organisatorinnen des Abends spielen und Glücksfee- ach nee: Glücksteufelin (!) spielen, bei der Tombola. Danach gehen wir alle zusammen Steak essen. Ich darf wieder Truck fahren, da meine Begleitung schon einige Drinks gekippt hat.
Als die Bedienung bei Jake's Grill unsere Bestellung aufnimmt, muss ich mit großer Überraschung fest stellen, dass, bis auf einer, alle Männer am Ende Chicken Ceasar Salad essen und ich die einzige bin, die sich ein Steak bestellt. Verdrehte Welt.
Während des Essens beschließen fünf von uns eine nächtliche Tour durch ein Maisfeld-Labyrinth zu unternehmen (auf der Farm eines Bruders von jemanden). Bewaffnet mit Taschenlampen und jede Menge Süßigkeiten (Nervennahrung) machen wir uns auf den Weg raus ins Feld. Nicht das ich schon ängstlich genug bin, nein, die vier anderen haben auch noch einen Heidenspaß dabei mir Gruselgeschichten von Zombies, Hexen und Vampiren zu erzählen und amüsieren sich köstlich darüber, das ich bei jedem klitzekleinen Geräusch laut aufschrecke und mehr als einmal den Wunsch äußere doch bitte wieder nach Hause zugehen. Ich hätte doch dem Vorschlag ins Kino zu gehen zustimmen sollen. Gerade als ich mir den letzten Nervennahrungs-Lolli in den Mund stecke, finden wir den Ausgang. Mir fällt ein Stein vom Herzen das uns keine Geister begegnet sind. Da es schon ziemlich spät ist, beschließen wir die Nacht auf der Farm zu verbringen. Ich darf mir (als Belohnung das ich den Horror mit gemacht habe) einen Film aussuchen (Ice Age – The Dawn of the Dinosaurs...normalerweise nicht mein Fall, aber genau richtig um die bösen Geister aus meinem Kopf zuvertreiben – zusammen mit Rum und Coke klappt das auch gut).
http://en.wikipedia.org/wiki/Halloween
Da der Schreckenstag in diesem Jahr auf einen Samstag gefallen ist, wird heute in Kostümen gebowlt. Ich gehe als ich selbst, und bekomme prompt ein Paar Teufelshörner aufgesetzt, blutroten Lippenstift aufgemalt und ein Dreizeick in die Hand gedrückt. Jetzt bin ich also eine Teufelin. Heute abend sind die Teams wild durcheinander gewürfelt, ich darf mit den beiden Organisatorinnen des Abends spielen und Glücksfee- ach nee: Glücksteufelin (!) spielen, bei der Tombola. Danach gehen wir alle zusammen Steak essen. Ich darf wieder Truck fahren, da meine Begleitung schon einige Drinks gekippt hat.
Als die Bedienung bei Jake's Grill unsere Bestellung aufnimmt, muss ich mit großer Überraschung fest stellen, dass, bis auf einer, alle Männer am Ende Chicken Ceasar Salad essen und ich die einzige bin, die sich ein Steak bestellt. Verdrehte Welt.
Während des Essens beschließen fünf von uns eine nächtliche Tour durch ein Maisfeld-Labyrinth zu unternehmen (auf der Farm eines Bruders von jemanden). Bewaffnet mit Taschenlampen und jede Menge Süßigkeiten (Nervennahrung) machen wir uns auf den Weg raus ins Feld. Nicht das ich schon ängstlich genug bin, nein, die vier anderen haben auch noch einen Heidenspaß dabei mir Gruselgeschichten von Zombies, Hexen und Vampiren zu erzählen und amüsieren sich köstlich darüber, das ich bei jedem klitzekleinen Geräusch laut aufschrecke und mehr als einmal den Wunsch äußere doch bitte wieder nach Hause zugehen. Ich hätte doch dem Vorschlag ins Kino zu gehen zustimmen sollen. Gerade als ich mir den letzten Nervennahrungs-Lolli in den Mund stecke, finden wir den Ausgang. Mir fällt ein Stein vom Herzen das uns keine Geister begegnet sind. Da es schon ziemlich spät ist, beschließen wir die Nacht auf der Farm zu verbringen. Ich darf mir (als Belohnung das ich den Horror mit gemacht habe) einen Film aussuchen (Ice Age – The Dawn of the Dinosaurs...normalerweise nicht mein Fall, aber genau richtig um die bösen Geister aus meinem Kopf zuvertreiben – zusammen mit Rum und Coke klappt das auch gut).
http://en.wikipedia.org/wiki/Halloween
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