Nach dem letzten nicht zufriedenstellenden Ämter-Marathon habe ich mich auf nichts Gutes eingestellt, das graue, nasse Wetter hebt auch nicht gerade meine Hoffnungen heute etwas zu erreichen. Mein per Post zugestellter Kontoauszug (wir erinnern uns: den brauche ich für meine Krankenversicherung) kam mit der falschen Postofficeboxnumber (zum Glück aber trotzdem) bei mir an. Also auf zur Bank, den Zahlendreher in deren System und auf meinem Auszug korrigieren lassen.
Ein kurzer Stop beim Amt das mir meine Social Insurance Number ausstellt, um nachzuhaken wo meine denn bleibt. Weiterhelfen kann mir zwar niemand, dafür bekomme ich aber eine Telefonnummer, inklusive den Optionen die ich drücken soll um möglichst schnell bei einem Berater zu landen und die Hoffnung das meine Nummer vielleicht sogar noch diese Woche mit der Post kommt.
Nächster Halt: Health Card. Das letzte Mal bekam ich den Auftrag unbedingt mein Ticket mit zubringen. Check. Birth Certificate: Check. Pass: Check. Mit der Post geschickter Kontoauszug mit meiner Adresse: Check. Alte Health Card: Check. Ausgefülltes Formular: Check. Dieses Mal brauche ich lediglich meinen Pass (der sowohl als Dokument mit Unterschrift und Foto, als auch als Beweis meiner kanadischen Staatsangehörigkeit gilt...vorher hieß es ich bräuchte zwei unterschiedliche Dokumente), das ausgefüllte Formular und den Kontoauszug (den sie selbst mit dem Zahlendreher ohne zu zögern annimmt). Kurz vor die weiße Wand, auf den gelben Punkt schauen, lächeln – Klick- Foto ist gemacht, eine Unterschrift und fertig. Keine 10 Minuten und ab Januar habe ich meine eigene kanadische Krankenversicherungskarte. Man muss nur an die richtigen Leute kommen und schon klappt alles wunderbar.
Zu Hause mach ich mich gleich daran, den Status meiner SIN zu erforschen. Düdeldüdeldüdeldiiiee vor Lunch hab ich wohl keine Chance durch zukommen und so warte ich bis nachmittags um einen neuen Versuch zustarten. Und tatsächlich, keine Wartemusik, ich werde direkt durchgestellt zu Bruce. Nachdem ich ihm meinen Sachverhalt erklärt habe, ihm meinen Namen und den meiner Mutter buchstabiert habe, checkt er das System. Düdeldüdeldüdeldiiiee...Minuten später erfahre ich das mein Antrag ganz oben auf dem Stapel liegt und spätestens bis Montag bearbeitet sein muesste. Die Zustellungszeit mit eingerechnet, sollte ich meine SIN also bis spätestens Ende nächster Woche bekommen. Wunderbar. Hätte nicht besser laufen können und der regnerische, graue Tag wird auf einmal heller :)
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Mittwoch, 28. Oktober 2009
say 'Riiieeesssliieeeng'
eine klitzekleine Bilderauswahl von meinem supertollen sternenklaren pfaelzischen Abschied gibts in meiner Fotogalerie...
Dienstag, 27. Oktober 2009
Bowlingtypen
Atze Schröders Look-a-like spielt in meiner Bowlingliga.Original Haare, Brille, Outfit, Sprüche – nur eben auf englisch. Ich muss ihn nur anschauen und könnte mich weghauen vor lachen. Ich glaube er denkt ich wäre total bescheuert, ich habe es noch nicht geschafft ihm zu erklären warum ich ihn so lustig finde. Meine nächste Mission. Wenn ich denn das Haloween Bowling überstehe.
Ein weiterer lustiger Geselle in der Runde ist Bam. Ein zwei Meter großer Hüne, dessen schwarzer Jogginganzug nicht unbedingt seine Körperfülle kaschiert und dadurch eigentlich mehr einer Bowlingkugel ähnelt. Aber ein Strike nach dem anderen wirft und nicht müde wird mir zu erklären wie ich am besten ziele. Meine Taktik: gar nicht zielen, einfach werfen und hoffen der Ball rollt gerade aus in Richtung Pins und haut sie alle weg. Klappt nicht immer. Aber mit den Tricks die mir die anderen beibringen wollen haut es auch nicht wirklich hin. Immerhin schaffe ich es jede Woche über meinen Durchschnitt zu kommen, und wie mir Bob versichert, ist alles was über 100 Punkte liegt, super.Sandy ist etwa hundert Jahre alt, aber fit wie ein Turnschuh. Sie sieht aus als würde sie zerbrechen, sobald sie eine der schweren Bowlingkugeln in die Hände nimmt, schafft es aber jedes Mal den Ball mit beiden Händen in die richtige Richtung zu lenken und die meisten Pins (wenn auch mit seeeehr langsamer Geschwindigkeit) wegzuhauen und danach alle umstehenden Menschen mit überraschend kräftigem Handschlag abzuklatschen.
Dann gibt es noch die Profis, die ihre eigenen Bälle haben, die Armschützer (oder stützer) tragen und vor jedem Wurf erstmal ihre Bowlingbälle mit einem Tuch gründlich abreiben müssen. Ein Strike ist nicht der Rede wert, bei den Männer geht es darum wer die meisten Turkeys bekommt. Das heißt, wer am meisten dreimal hintereinander alle Pins auf einmal umhaut. Gewettet werden darf natürlich auch und ist sogar erwünscht, denn der Gewinner bekommt den Pott und gibt eine Runde aus.
Montag, 26. Oktober 2009
Weihnachtsgeschäftverzögerung oder Wieso gibt es eigentlich Halloween?
Nächstes Wochenende ist Halloween. Und ganz Canada spielt verrückt. Häuser sind bis unters Dach dekoriert mit ausgehölten Kürbissen (meistens aus Plastik), Skeletten, Hexen, Vampiren, falschem Blut, Spinnenweben und und und. Das Fernsehprogramm ist voll von Halloween Specials. Egal welche Show, welche Serie, welcher Film – überall spukt es. Selbst in der Milchwerbung (der Vampir zieht ein Glas Milch dem frischen Blut einer Jungfrau vor). Im Kino kommen fast ausschließlich Grusel-Horror-Schocker und sehr viele Menschen, von klein bis groß, von jung bis alt, machen sich Gedanken über ein Kostüm. Haunted Houses stehen hoch im Kurs, genau wie Labyrinthe in Maisfeldern oder ähnlichem. Mein zartbesaitetes Selbst ist sehr anfällig für jeden Erschreckungsversuch und muss mit lustigen Filmen oder Büchern abgelenkt werden um nachts friedlich schlafen zukönnen. Das einzige was ich dem ganzen Hokuspokus-Halloween-Horror-Getue ab kann ist die Verzögerung des Weihnachtsgeschäfts! Während in Deutschland schon seit September Lebkuchen, Baumkuchen und Adventskalender (wer kauft denn schon so früh einen Adventskalender???) in den Supermarktregalen stehen, sieht man hier nur vereinzelt etwas Weihnachtliches, dafür aber Haloweenkalender (tatsächlich), Schokopumpkins, Schokoeyeballs, Schokoskelette und so weiter und so fort. Hauptsache der Grusel- und Ekelfaktor stimmt. Das Weihnachtsgeschäfts wäre mir doch lieber. (Aber die Amis machen ja selbst aus einer Weihnachtsgeschichte eine Gruselgeschichte im neuen Jim Carrey Zeichentrick 3D Film). Je länger ich über Halloween nachdenke, desto mehr interessiert es mich warum es den Spuk überhaupt gibt. Irgendwelche Ideen? Ich muss es erst nachschlagen. (Fortsetzung folgt...)
Samstag, 24. Oktober 2009
Gedankengänge der 3. Woche
Es stellt sich also heraus, dass eine meiner Angewohnheiten, die ich selbst manchmal nicht so sehr schaetze (weil ich oft einfach so laechle um den Eindruck zu vermitteln ich habe alles verstanden), sehr wichtig in Jobinterviews ist. Smile! Lautet die Devise. Das macht immer einen guten Eindruck. Sehr schön. [Feststellung: ich fange schon an statt ä,ö,ü selbst auf meiner deutschen Tastatur ae, oe, ue zu schreiben]. Ausserdem sollte man etwa 40% eigene Redezeit in einem Interview haben und der Rest den Interviewern ueberlassen. Ich werde noch zum absoluten Bewerbungsprofi diese Tage :)
Die Olympiafackel ist entfacht und auf dem Weg nach Canada! Juchu. Saemtliche News waren gestern voll von den Szenen im warmen Griechenland, wie ein, in voller Wintermontur und den schönen roten Canada-Olympia-Handschuhen (die hier ueberall ausverkauft sind), Athlet die seltsame Fackelhalterung mit Feuer entfachte und davon trabte. Es gibt Spekulationen darüber ob diese Fackel nicht ziemlich schnell abbrennt, denn auf ein paar Bildern sah es tatsächlich so aus als ob sie auf einer Seite komplett abbrennt. Die neuen Olympiamedallen wurden auch schon praesentiert, alles einzigartige Unikate mit indianischen Kunstwerken verziert, so schwer wie noch nie, aus recycelten Materialien und in leicht gewellter Form. Sehr schön. So eine hätte ich auch gerne.
Nach knapp drei Wochen (schon??? und meine SIN Number ist immer noch nicht da!) stehen in meinem nicht vorhandenen Bücherregal schon 5 neue Bücher. Weil ich zur Zeit nichts anderes mache als auf meine SIN und meinen per Post geschickten Bankauszug warte, Bewerbungen schreibe und lese, habe ich innerhalb der letzten Wochen auch tatsächlich schon zwei Schmöker von einmal 615 Seiten und einmal 465 Seiten gelesen und bin gerade auf Seite 129 (von gerade Mal 220) meines dritten Buchs. Auf diese Zeit habe ich lange gewartet, endlich Mal wieder ein Buch zu lesen ohne Stress und der dummen Angewohnheit aus Unizeiten, Bücher immer mit Textmarker zu lesen und alles anstreichen zu wollen was einem wichtig vorkommt und wonach vielleicht in einer Prüfung gefragt werden könnte. Extrem entspannend!
Ich weiß, ich gehöre zu einer seltenen Gattung von Mensch (und dann auch noch weiblich), denn ich kann gut und gerne auf Schokolade verzichten. Einmal mehr ist das mir hier bewusst geworden, denn das, was man hier Schokolade nennt, ist ungefähr soviel Schokolade wie Kaffee Kaffee ist. Zu süß, zu cremig, zu süß. Und...viel zu süß! Wenn ich tatsächlich mal Lust habe ein Stück Schokolade zu essen, dann geht doch nichts über ein Stück Zartbitter-bitter-bitter Schokolade aus Europa. Am besten mit einem Hauch Zitronenpfeffer. Aber sowas gibt es hier nur in ganz ausgewählten Fachgeschäften. Stattdessen ist überall Erdnussbutter drin und die Milchschokolade ist so hell, das man glauben könnte sie bestehe nur aus Milch mit Farbe und Zucker. Viel Zucker. In der Morningshow hieß es aber heute morgen, Sweetbitter Chocolate makes its way. Ist ja auch viel gesünder. Ob die dann auch wirklich so schmeckt wie unsere, muss ich noch testen!
Dienstag, 20. Oktober 2009
Unnuetzes Wissen
Ich bin einem weiteren Geheimnis auf die Spur gekommen: Wieso trinken (die meisten) Nordamerikaner soviel Kaffee? Die Antwort ist ganz einfach: Der Kaffee ist eigentlich nur gefärbtes Wasser mit ein wenig Kaffeegeschmack, den die meisten mit French Vanilla Geschmack auch noch wegrationalisieren. Ich kann bis tief in die Nacht Kaffee trinken ohne deshalb auch nur eine Minute nicht schlafen zu können. Ich frage mich warum es hier überhaupt entkoffeinierten Kaffee gibt. Macht keinen Unterschied. Schmeckt alles nach French Vanilla. Damit habe ich zwar kein Problem, mir schmeckts ja glücklicherweise. Trotzdem fehlt mir der Koffein-Kick. Wenn ich auf meine gewohnte Koffeinration kommen wollen würde, müsste ich circa 20 Tassen Kaffe trinken. Oder noch mehr. Ehrlich gesagt, hab ich keine Ahnung, aber ich kann soviel Kaffee wie noch nie trinken ohne davon Herzrasen zubekommen. Wenn ich wieder in den Genuss von echtem Kaffee komme, egal zu welcher Tageszeit, die Chancen stehen nicht schlecht das ich zwei Wochen wach bleibe. ;) Ein guter Trick um den nächsten Jetlag zu überwinden!
Ein weiterer Eintrag in meinem persönlichen 'unnützes Wissen'-Register: Wahrscheinlich wissen das die meisten schon, aber ich habe gerade heraus gefunden das Grey's Anatomy ein Wortspiel ist und quasi nach dem englisch-sprachigen Pendant zum deutschen Pschirembel (öhm...entschuldigung an alle, die im medizinischen Beriech arbeiten, aber mir fällt absolut nicht mehr ein wie dieses Buch für alle medizinischen Fragen heisst), nämlich 'Gray's Anatomy' benannt ist.
Ein weiterer Eintrag in meinem persönlichen 'unnützes Wissen'-Register: Wahrscheinlich wissen das die meisten schon, aber ich habe gerade heraus gefunden das Grey's Anatomy ein Wortspiel ist und quasi nach dem englisch-sprachigen Pendant zum deutschen Pschirembel (öhm...entschuldigung an alle, die im medizinischen Beriech arbeiten, aber mir fällt absolut nicht mehr ein wie dieses Buch für alle medizinischen Fragen heisst), nämlich 'Gray's Anatomy' benannt ist.
Weggewehte Herbstlaubfarben
Knapp drei Stunden Autofahrt haben sich gelohnt. Auch wenn die meisten Blätter schon von den Bäumen geweht wurden und die erste dünne Schicht von Eis auf dem stillen Wasser schwimmen, der erste Schnee die obersten Äste der Bäume bedecken. Es ist schweinkalt, aber die Sonne heizt auf und macht das Laufen sehr angenehm.
Sobald ich rotes Laub auf dem Boden entdecke, richtet sich mein Blick nach oben und manchmal habe ich Glück und ein paar der Blätter hängen noch an den Ästen, strahlen mit der Sonne und dem blauen Himmel um die Wette als wollten sie sagen „Take a picture of me, take a picture of me, I am almost gone“. Das perfekte Postkartenmotiv. Nach einem kurzen Trail rund um das Baumfällermuseum, machen wir uns – inklusive Herbstlaubfarbenen Golden Retriever- auf zum Booth's Rock. Fünf Kilometer Marsch auf einen der höchsten (und schönsten Felsen) im Algonquin Park. Los geht es entlang eines Beaver Ponds, es riecht nach feuchtem Laub und herbstlicher Kälte. Nach einer Weile kommen wir an einen Sandstrand, das Wasser ist herrlich klar und mit der warmen Sonne im Rücken könnte man fast Lust bekommen schwimmen zu gehen. Fast. Wir laufen durch den Wald zum Bartley's Cottage, von dem nur noch ein Grundriss und der Tennisplatz vorhanden ist. Die Sonne blinzelt durch die riesigen Kiefern, die Waldluft umschmeichelt meine Nase und die Stille wird nur durch das sanfte Geräusch unterbrochen, das entsteht wenn man über mosigen Waldboden geht.
Danach nehmen wir Kurs auf die circa 500 Treppenstufen hoch zum Booth's Rock. Auf dem Weg gibt es sogar noch jede Menge gelbe Bäume, die Hälfte der Blätter liegt zwar schon auf dem Boden, aber das bringt nur noch mehr Herbstfeeling. Es raschelt so schön wenn man durch die Blätter läuft und es erinntert mich an früher, als wir unseren großen Ahornbaum im Hof stehen hatten und ich das Laub zusammenkehrte, nur um ein schöneres rascheln entstehen zulassen beim durchlaufen.Ich merke das ich nicht wirklich gut in Form bin und überlege mir, mir vielleicht doch mal in den Hintern zutreten und versuchen jeden Tag joggen zu gehen. Gute Vorraussetzungen habe ich ja. Aber die Motivation...reicht wahrscheinlich nur für einmal ums Haus laufen. Dann doch lieber wieder Yoga.
Der Aufstieg hat sich gelohnt. Ganz oben angekommen tut sich ein weiteres Postkartenmotiv auf: Der Ausblick ist atemberaubend, ich komme mir vor als ob ich 'on top of the world' stehe. Auf dem See paddelt ein einsames Kanu auf dem stillen, glitzernden Wasser, der Himmel könnte nicht blauer sein und die Bäume nicht (ever-)grüner. Fast wie im Sommer. Nur die vereinzelten gelben Laubbäume zeugen davon das eigentlich Herbst ist.Montag, 19. Oktober 2009
Bilder...
kann mir jemand sagen wie oder ob ich ueberhaupt in meinem Blog Fotoalben einstellen kann?
Samstag, 17. Oktober 2009
Zwei Wochen
Whoaaa. Knapp zwei Wochen bin ich schon im Mutterland des Eishockeys. Ich kann immer noch nicht richtig glauben das ich jetzt hier lebe. Im Moment fühlt sich alles noch an wie Urlaub. Der Gedanke an die Zukunft ist noch ausgeblendet. Ich habe absolut keine Ahnung was sie bringt, aber ich hoffe sie kommt bald. Es ist komisch von der eigenen Wohnung, einem Job (wenn auch nur ein 1,5 Tage/Woche Job), von einem eigenen, selbstständigen Leben plötzlich in Ungewissheit zu stürzen. Keine Frage, ich habe immer noch das Gefühl das richtige zu tun. Aber die Warterei auf meine SIN macht mich ein wenig unruhig. Ich will endlich arbeiten duerfen.
Eine neue Erkenntnis habe ich heute in meinem Freitags-Wie-bewerbe-ich-mich-richtig-Workshop gewonnen: Kanada mag kein Parfüm. Ärzte bedanken sich schon vorher bei ihren Patienten mit Schilder „Thanks for not wearing any fragrances“ und bei Jobinterviews gehört es sich einfach nicht nach Parfüm zu riechen. Und auch sonst sind alle Nasen empfindlich und am besten soll man einfach nach nichts riechen. Hmmm....dafür habe ich kein Verständnis. Naja, schon. Billiges Parfüm ist einfach schrecklich. Aber ich rieche gerne gut und ich rieche auch gerne andere Menschen mit gutem Parfüm. Der olifaktorische Faktor spielt bei mir eine sehr große Rolle. Und jetzt muss ich darauf verzichten und unscheinbar werden. ;)
Ab dem 26. Oktober ist es in Kanada nicht mehr erlaubt mit dem Handy am Ohr hinterm Steuer zu sitzen. Wie lange ist das bei uns schon nicht mehr erlaubt? Ich dachte immer hier sind die Menschen ein bisschen fortgeschrittener als bei uns. Stimmt aber nicht. Große Autos, billiges Gas (in Deutschland würde sich niemand über 99 Cent teueres Benzin beschweren), und das einzige worum ich sie in ihrem Autos beneide sind die Kaffeebecherhalter an allen erdenklichen Stellen im Auto. Apropos Handy. Ich will eins. Kann mir aber noch keins holen, bevor ich nicht weiß wo ich lande. Dabei habe ich mich heute schon in eins verliebt: ein Blackberry Storm. Aber anderes Land, andere Handygewohnheiten. Ich kann mir hier kein Handy holen, wenn ich spaeter wo anders wohnen werde. Es gibt auch Nachteile wenn man im zweitgroessten Land der Erde wohnt.
Heute habe ich zum ersten Mal eine Werbung im Fernsehen gesehen, die wir auch in Deutschland haben: Ausgerechnet für einen Schwangerschaftstest, der einem nicht nur verrät das, sondern auch wie lange man schon schwanger ist. Eigentlich hätte ich mit einer L'oreal Werbung oder ähnlichem gerechnet, aber nicht mit einem Schwangerschaftstest...when doubt is not an option. Die einzige andere Werbung, oder besser: der Schluß der Werbung ist Volkswagen. Das Auto. Gleiche Stimme, gleiche Art. Nur anderes Vorspiel. Und ich würde gerne mal sehen wer hinter dieser Stimme steckt.
Morgen (Sonntag) fahre ich in den Algonquin Park um die schönsten Herbstfarbenblätter der Welt im Sonnenschein zusehen. Wenn ich dann auch noch rausgefunden habe wie ich hier mehr Bilder als die kleinen am Rand einfügen kann, gibt es auch Bilder zu sehen.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Dienstag, 13. Oktober 2009
Thanksgiving – Montag
Feiertag. Während Canada Thanksgiving feiert, feiert die USA Columbus Day. Und wir zusätzlich noch die ersten Minusgrade. Der Schnee ist auf dem Weg. Wie ich den Nachrichten entnehmen kann, gibt es aber auch schon den ersten Wintereinbruch in Europa. Welches Land wollen die Nachrichtensprecher zwar partout nicht sagen, aber es reicht ja schon zu wissen das es irgendwo in Europa schneit. Den Bildern nach könnte es tatsächlich überall sein.
Nichtsdestotrotz, ich bin froh das es hier noch nicht so weit ist, denn heute morgen darf ich Truck fahren. Ganz alleine. Einen dunkelgrünen Dodge mit Automatik. Ich muss feststellen das ich jetzt zu einer seltenen Spezies von Mensch gehöre: der Standard Autofahrer, der das auch noch gerne tut. Naja, ich gebe der Automatik eine Chance und fahre los. Man muss höllisch aufpassen, bei jedem Stop Schild auch wirklich anhalten und wer zuerst kommt fährt zuerst, vergiss rechts vor links! Ich suche die Ampeln automatisch auf meiner Seite der Straße, obwohl ich eigentlich wissen müsste, das die hier über der Straße auf der anderen Seite baumeln.
Drei Monate darf ich noch mit meinem deutschen Führerschein fahren, dann werde ich mir meinen kanadischen abholen. Wenn die Führerschein-Ämter bis dahin nicht mehr streiken. (Ein sehr großes Problem gerade hier in Ontario, denn alle gerade 16-jährig gewordenen Teenies stehen kurz davor Amok zu laufen, weil sie keinen Führerschein machen können zur Zeit, aber ein nigelnagelneues Auto in der Garage stehen haben). Nach meinem Truck-Trip, der trotz Automatik toll war (I love Trucks, vorallem sind die auch sehr praktisch zum einkaufen: eine ganze Ladefläche Platz für Tüten) geht’s auf in die Thanksgiving-Runde Nummer 3. Das Finale:
Paul (Koch aus voller Leidenschaft und mit gebrochenem Bein) steht und humpelt schon seit Stunden in der Küche rum und hat das beste Thanksgiving Dinner meiner noch kurzen Thanksgiving-Karriere zubereitet. Es gibt das gleiche Essen wie schon am Tag zuvor (nur eben noch besser): Turkey, alle Arten von Kartoffeln (ich bin noch nicht auf den Geschmack von sweet potatos gekommen, steckrüben und diesen seltsamen squash-kürbis brauch ich auch nicht unbedingt), stuffing, Karrotten, Cranberry und dunkle Soße, danach Pumpkin Pie. Heute zusätzlich im Angebot: selbstgemachte Käsecroissants, Ham, Mais, Rosenkohl und rote Beete, sowie Black Forest Cake (was mich dazu verleitet in Betracht zu ziehen, bei der nächsten Gelegenheit eine echte Schwarzwälderkirschtorte zu backen und mit zubringen).
Ein weiteres Highlight an diesem Abend: Paulo kann meinen Namen sagen und ich darf mich selbst mit dem Truck nach Hause fahren. :-)
P.S. Wer sich wundert das ich an einem Tag drei Tage abhandeln kann...ich schreibe vor :)
Nichtsdestotrotz, ich bin froh das es hier noch nicht so weit ist, denn heute morgen darf ich Truck fahren. Ganz alleine. Einen dunkelgrünen Dodge mit Automatik. Ich muss feststellen das ich jetzt zu einer seltenen Spezies von Mensch gehöre: der Standard Autofahrer, der das auch noch gerne tut. Naja, ich gebe der Automatik eine Chance und fahre los. Man muss höllisch aufpassen, bei jedem Stop Schild auch wirklich anhalten und wer zuerst kommt fährt zuerst, vergiss rechts vor links! Ich suche die Ampeln automatisch auf meiner Seite der Straße, obwohl ich eigentlich wissen müsste, das die hier über der Straße auf der anderen Seite baumeln.
Drei Monate darf ich noch mit meinem deutschen Führerschein fahren, dann werde ich mir meinen kanadischen abholen. Wenn die Führerschein-Ämter bis dahin nicht mehr streiken. (Ein sehr großes Problem gerade hier in Ontario, denn alle gerade 16-jährig gewordenen Teenies stehen kurz davor Amok zu laufen, weil sie keinen Führerschein machen können zur Zeit, aber ein nigelnagelneues Auto in der Garage stehen haben). Nach meinem Truck-Trip, der trotz Automatik toll war (I love Trucks, vorallem sind die auch sehr praktisch zum einkaufen: eine ganze Ladefläche Platz für Tüten) geht’s auf in die Thanksgiving-Runde Nummer 3. Das Finale:
Paul (Koch aus voller Leidenschaft und mit gebrochenem Bein) steht und humpelt schon seit Stunden in der Küche rum und hat das beste Thanksgiving Dinner meiner noch kurzen Thanksgiving-Karriere zubereitet. Es gibt das gleiche Essen wie schon am Tag zuvor (nur eben noch besser): Turkey, alle Arten von Kartoffeln (ich bin noch nicht auf den Geschmack von sweet potatos gekommen, steckrüben und diesen seltsamen squash-kürbis brauch ich auch nicht unbedingt), stuffing, Karrotten, Cranberry und dunkle Soße, danach Pumpkin Pie. Heute zusätzlich im Angebot: selbstgemachte Käsecroissants, Ham, Mais, Rosenkohl und rote Beete, sowie Black Forest Cake (was mich dazu verleitet in Betracht zu ziehen, bei der nächsten Gelegenheit eine echte Schwarzwälderkirschtorte zu backen und mit zubringen).
Ein weiteres Highlight an diesem Abend: Paulo kann meinen Namen sagen und ich darf mich selbst mit dem Truck nach Hause fahren. :-)
P.S. Wer sich wundert das ich an einem Tag drei Tage abhandeln kann...ich schreibe vor :)
Thanksgiving – Sonntag
Nach einem leckeren Pancake Frühstück mit fluffigen Pfannkuchen und extra viel Maplesirup hieß es Abschied nehmen von unserem Besuch und fertig machen zur nächsten Thanksgiving-Runde, dieses Mal bei meiner Lieblingsgroßfamilie. Insgesamt 11 Erwachsene und 7 Kinder. Und alle samt neugierig auf 'the German girl'. Nach vier Stunden voller Deutsch-Englischen Übersetzungen, einem Trip zum lokalen Liquor Store (und der Erkenntnis das Deutschland ein Paradies ist in Sachen 'Wo bekomme ich Alkohol her') zwei Flaschen Weißwein und vier 2-Liter Flaschen Rotwein, einem 8 Kilo Truthahn mit Cranberry Sauce, Kartoffelbrei, Steckrüben, süßen Kartoffeln, Karrotten, Kürbis, Stuffing in zwei verschiedenen Varianten und Soße, Pumpkin Pie (man mag es nicht glauben, aber er schmeckt tatsächlich), Apple Pie, Cherry Pie und Blackberry Pie mit geschlagener Sahne kann man mich zur Tür rollen. Ich kann mich nicht weiter bewegen als ins Auto und auf die nächste Couch, wo ich den Rest des Abends mit DVDs verbringe und außerdem rausfinde, das meine in Deutschland gekauften DVDs seltsamer Weise nicht in Canada funktionieren. Wrong Regional Area Code. Aha. Und ich dachte das gäbe es nur bei Videokassetten. Wenn ich also meine deutschen DVD schauen möchte, brauche ich einen deutschen DVD-Player. Und den hab ich leider nicht hier. Mal ganz abgesehen davon, dass die Steckdosen hier keine Schweinsnasen sind und Adapter schwer aufzutreiben sind. Hrmpf.
Thanksgiving - Samstag
Zu Thanksgiving ist meine kleine Sister-on-loan mit ihrem amerikanischen Soldatenfreund zu Besuch und der alten Zeiten Willen sind wir heute morgen nach dem Frühstück auf zur Norwoodfair. Fair lässt sich zwar mit Kirmes übersetzen, ist aber nicht damit vergleichbar. Um auf das Gelände zu dürfen, muss man erst einmal 10 Dollar Eintritt bezahlen. In der ersten Halle werden lokale Künstler ausgestellt (oder solche die es sein wollen), in der zweiten werden sämtliche Gemüsesorten prämiert, u.a. der größte Kürbis, der/die/das größte Squash und die größte Zucchini. Und wer möchte, der darf schätzen wieviel Mister Potatohead wiegt. Der ist nicht etwa aus Kartoffeln, sondern aus Stroh. Weiter geht’s zu den 'rides': simuliertes Paragleiten, eine Zentrifuge für Menschen, Erdbeeren die sich im Kreis drehen, ein Riesenrad (das mich sehr stark an den Film Grease erinnert), ein Parcour mit Seilen und wackeligen Hölzern, eine Schiffschaukel und eine Mini-Achterbahn. Kein einziges sieht auch nur im entferntesten vertrauenswürdig aus. Als nächstes kommen die Ställe: Pferde, die alle samt ca 2 Meter hoch sind, Kühe, die plitzeblank gestriegelt sind und vor einer Jury im Kreis laufen müssen, Hühner von ganz klein bis riesengroß, ein Hahn hat verblüffende Ähnlichkeit mit Big Bird aus der Sesamstraße :-). Weiter geht’s zur Car Show. Mein Lieblingsteil der Show. Ein DJ, der aussieht als ob er alle Oldtimer selbst erlebt hätte, legt die passende Musik zu den Autos auf: hauptsächlich Elvis. In der Sonne zeigen sich die alten Autos in ihrer vollen Pracht und ich würde am liebsten alle mit nach Hause nehmen. Egal ob grasgrüne 72er Corvette, rot-weißer 58er Pontiac, das riesen Schiff von Cadillac in weiß mit rotem Dach, den 38er Ford Pick up oder den schwarzen GTO – mal abgesehen davon, das ich keine Ahnung von Autonamen habe, sondern nur die Bilder von den Autos im Kopf habe, ich liebe alte Autos. ;-)
Nach der Auto Show, spielt jeder von uns eine Runde Paintball-triff-den-orangenen-Punkt-und-gewinne-einen-Teddy und essen danach eine Portion Poutine (franko-canadische Spezialtät: Pommes mit dunkler Soße und viiiiiiiiiieeeeell Käse).
Nach der Auto Show, spielt jeder von uns eine Runde Paintball-triff-den-orangenen-Punkt-und-gewinne-einen-Teddy und essen danach eine Portion Poutine (franko-canadische Spezialtät: Pommes mit dunkler Soße und viiiiiiiiiieeeeell Käse).
Bowlen und Fisch
Man hat mich angemeldet bei der Bowling-Liga. Seit Samstag spiele ich in einem Team (die 'Happy Gang'- haha) und gleich bei meinem zweiten Spiel habe ich einen der besten Spieler besiegt. Ha! Ich weiß nicht so genau wie ich in dieser Liga gelandet bin, eigentlich dachte ich, ich gehe nur bowlen. Wie es sich aber rausstellt hat mich Mike tatsächlich angemeldet und jetzt bin ich umringt von lustigen 20 bis 80 jährigen Canadiern die sich tierisch darüber freuen mir das Bowlen beizubringen. Es bricht mir fast das Herz das ich nicht lange hier bleiben werde. ;-)
Außerdem habe ich (vor allem meinem Bruderherz und Mama) einen Meilenstein in meinem Essverhalten zu gestehen: Ich habe mir in einem Restaurant Fisch bestellt. Aus freiem Willen heraus. Fisch, wie wir ihn in Holland auf dem Markt gegessen haben. Es besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass ich noch zum Fischesser werde. Ich muss nämlich auch gestehen, dass mir der Halibut (Heilbutt) wesentlich besser geschmeckt hat als die Hühnerbrust, die ich zum Vergleich probiert habe.
Außerdem habe ich (vor allem meinem Bruderherz und Mama) einen Meilenstein in meinem Essverhalten zu gestehen: Ich habe mir in einem Restaurant Fisch bestellt. Aus freiem Willen heraus. Fisch, wie wir ihn in Holland auf dem Markt gegessen haben. Es besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass ich noch zum Fischesser werde. Ich muss nämlich auch gestehen, dass mir der Halibut (Heilbutt) wesentlich besser geschmeckt hat als die Hühnerbrust, die ich zum Vergleich probiert habe.
Freitag, 9. Oktober 2009
Wie schreibe ich ein resume...und was bekomme ich zur Belohnung?!
Zurück von einem heiteren Morgen in der ortsansässigen Public Library, in der ich heute einen crashkurs in resume und cover letter writing von Kelly bekommen habe. Sie erzählt mir was für Vorzüge ich habe, wenn ich mich beim Unemployment Office registrieren lasse und freut sich wie ein kleines Kind das sie etwas zutun hat. Sie liest sich meine Bewerbungsunterlagen durch und gibt mir Tips wie ich meinen ohnehin schon sehr guten Lebenslauf (sie erzählt mir das sie normalerweise mit ihren Klienten erst mal einen aufsetzten muss) noch verbessern kann. Jetzt weiß ich das etwa 60% der Wörter, die in Jobanzeigen stehen, auch im Lebenslauf stehen sollten damit sie beachtet werden. Das auf sämtlichen Seiten mein Name in großer, fettgedruckter Schrift stehen sollte. Das Zeugnisse nicht sehr wichtig sind, dafüer eine genaue Beschreibung von Dingen die man getan hat umso mehr. Das man immer Past Tense action verbs benutzen soll. Good to know. Nach einer halben Stunde habe ich das Gefühl mein Lebenslauf könnte absolut nicht besser werden, ich bedanke mich bei Kelly und mach mich auf in die Mall, meinen Kliederschrank ein klein wenig aufstocken. Soviel Arbeit muss schließlich belohnt werden. :-) Innerhalb einer Stunde hab ich eine neue Jeans (wieso sind Kleidungsstücke hier nur so billig? Und dann auch noch gute Qualität...i love it), einen schönen warmen Sweater, ein T-Shirt und einen neuen Schal (mein Lieblingsaccesoire diesen kommenden Winter). Achso, und vier Paar dämliche Socken haben jetzt auch noch ein neues Zuhause in meiner Schublade. Die Hälfte der Socken, die ich mit gebracht habe, zieren riesige Löcher an Fersen oder Zehen und halten höchstwahrscheinlich nicht sehr warm.
Komischerweise träume ich die meiste Zeit im Stummfilmmodus. Sehr viel zwar, aber kein Ton. Und wenn ich mir es so recht überlege weiß ich noch nicht mal ob ich schon auf Englisch denke. Wenn ich hier sitzte und schreibe, Deutsch, obwohl es manchmal eine Zeit lang dauert bis mir ein passendes deutsches Wort einfällt, wo ich schon längst ein treffendes auf Englisch hätte. Complicated. Kompliziert. ;-) Umgekehrt, wenn ich mit Menschen rede, fällt mir oft nur ein deutsches Wort ein. Oder gar keins. Dann stehe ich da, grinse dämlich und hoffe mein Gegenüber hält mich nicht für komplett durchgeknallt und hohl.
Heute Abend geht’s zum bowlen. Vorher Fish'n'Chips essen. Gut das ich nicht die einzige in der Familie bin, die nicht soooo wahnsinnig gerne Fish isst. Erst recht nicht deep fried.
Ich freue mich übrigens über Kommentare ;-)
Komischerweise träume ich die meiste Zeit im Stummfilmmodus. Sehr viel zwar, aber kein Ton. Und wenn ich mir es so recht überlege weiß ich noch nicht mal ob ich schon auf Englisch denke. Wenn ich hier sitzte und schreibe, Deutsch, obwohl es manchmal eine Zeit lang dauert bis mir ein passendes deutsches Wort einfällt, wo ich schon längst ein treffendes auf Englisch hätte. Complicated. Kompliziert. ;-) Umgekehrt, wenn ich mit Menschen rede, fällt mir oft nur ein deutsches Wort ein. Oder gar keins. Dann stehe ich da, grinse dämlich und hoffe mein Gegenüber hält mich nicht für komplett durchgeknallt und hohl.
Heute Abend geht’s zum bowlen. Vorher Fish'n'Chips essen. Gut das ich nicht die einzige in der Familie bin, die nicht soooo wahnsinnig gerne Fish isst. Erst recht nicht deep fried.
Ich freue mich übrigens über Kommentare ;-)
Besuch
Gestern habe ich meine Lieblingsgroßfamilie besucht. Und alle waren da. Papa, Mama, Großeltern, die Zwillinge, der Sohn und der Bruder. Die Zwillinge sind wahnsinnig groß geworden in den letzten drei Monaten (jetzt 6 Monate alt) und lustigerweise ist der kleine Marco etwa doppelt so groß wie seine erstgeborene Schwester Madaleine und wiegt mindestens dreimal soviel. Und gibt Töne von sich die vermuten lassen das er es später mal sehr weit in der Wrestlerszene bringen wird. Madaleine dagegen ist klein, rosa, zickig und lässt nur ab und zu ein Lächeln über ihre Lippen huschen. Ich darf mich geehrt fühlen das ich sie länger als 10 Minuten auf dem Arm halten darf ohne das sie einen Mucks von sich gibt. Paolo (fast drei Jahre alt) strahlt über das ganze Gesicht als er mich reinkommen sieht und in nullkommanichts hat er sich auf meinem Schoß, neben seiner Schwester platziert. Nach einem kurzen Bad, aus dem er seiner Mutter entwischt ist, sitzt er triefend blitzschnell wieder bei mir und fängt an mir in zweijähriger Baby-brabbel-sprache eine Geschichte zuerzählen. Irgendwann wird er müde und schläft ein, meinen Arm ganz fest umschlungen. Und die Erwachsenen haben endlich Zeit mit Bier auf einen Neuanfang anzustoßen.
Meine 'Gastmutter' hat sich in den Kopf gesetzt das der Bruder meiner befreundeten Familie mein boyfriend ist (sie will mir partout nicht glauben das es nur EIN Freund ist) und scheint sich noch mehr darin bestätigt als ich ihr erzähle das ich am Wochenende zum Thanksgivingessen eingeladen bin, Sonntag und Montag. Thanksgiving ist eine sehr große Angelegenheit hier. Die ganze Familie kommt zusammen und verdrückt einen Truthahn. Plus Kartoffelbrei, Squash (für alle die sich bei farmville schon immer gefragt haben was squash ist: ein komisches Gemüse das wie Kartoffelbrei zermantscht wird und irgendwie absolut nicht mein Fall ist), Pumpkin Pie und was weiß ich noch alles. Ich darf an diesem kommenden Wochenende drei Turkeys essen. Danach werde ich etwa bis Weihnachten nur noch zu kugeln sein.
Meine 'Gastmutter' hat sich in den Kopf gesetzt das der Bruder meiner befreundeten Familie mein boyfriend ist (sie will mir partout nicht glauben das es nur EIN Freund ist) und scheint sich noch mehr darin bestätigt als ich ihr erzähle das ich am Wochenende zum Thanksgivingessen eingeladen bin, Sonntag und Montag. Thanksgiving ist eine sehr große Angelegenheit hier. Die ganze Familie kommt zusammen und verdrückt einen Truthahn. Plus Kartoffelbrei, Squash (für alle die sich bei farmville schon immer gefragt haben was squash ist: ein komisches Gemüse das wie Kartoffelbrei zermantscht wird und irgendwie absolut nicht mein Fall ist), Pumpkin Pie und was weiß ich noch alles. Ich darf an diesem kommenden Wochenende drei Turkeys essen. Danach werde ich etwa bis Weihnachten nur noch zu kugeln sein.
Donnerstag, 8. Oktober 2009
Canada ist auf Platz vier der lebenswertesten Länder der Welt.
Ich bin immer noch ein wenig im deutschen Rhythmus. Um neun Uhr abends bin ich todmüde, morgens um 5 wache ich auf und bin fit wie ein Turnschuh. Ich zwinge mich dazu wenigstens bis um halb 8 noch ein wenig zu dösen. Ein Blick in meinen Kleiderschrank sagt mir das ich wirklich, wirklich nicht mehr sehr viele Kleider besitze. Ich sollte vielleicht doch das Angebot eines Freundes annehmen, seinen Truck ausleihen und shoppen gehen. Zum Frühstück gibt’s Cheerios und frischen Kaffee und Michael Bublé als Wettermann im Frühstücksfernsehen.
Heute werde ich meine Social Insurance Number beantragen, meine Health Card abholen und ein Bankkonto eröffnen. Als ich das letzte Mal in Canada war, ging das alles sehr schnell und ohne große Reiberein. Diesmal ist alles anders. Es stellt sich heraus, das ich schon eine SIN habe, die allerdings nicht mehr gültig ist, weil ich sie fünf Jahre nicht benutzt habe. Drei Formulare später darf ich gehen, ohne SIN. Die bekomme ich per Post, sobald alle Formulare im Headquarter akzeptiert wurden.
Als nächstes kommt die Krankenversicherung. Die nette Dame am Schalter erklärt mir, dass ich jeweils ein Dokument aus drei verschiedenen Listen brauche. Zwei davon besitze ich schon, mein Birth Certificate und meinen Pass, fehlt nur noch ein Dokument aus Liste 2 mit meiner kanadischen Adresse. Am besten einen Kontoauszug. Also machen wir uns auf zur Bank. Ich bekomme ein Konto und eine nigelnagelneue, rotglitzernde EC-Karte mit silbernen Funkelsternchen. Damit kann ich nicht nur bezahlen und Geld abheben, ich sammle auch bei jeder Benutzung Punkte, die ich dann im Kino einlösen kann und somit vielleicht nie wieder Eintritt fürs Kino zahlen muss. Für eine Kinogängerin wie mich könnte das fatale Folgen haben.
Zurück zur netten Health Card Lady: Sie gibt mir zu verstehen das ich einen zugeschickten Kontoauszug benötige, nicht einen in der Bank ausgestellte. Aha. Und zusätzlich bräuchten sie auch noch mein Ticket, das belegt wann ich wieder nach Canada eingereist bin. Aha. Gut. Ich dachte Deutschland wäre das Land der unnötigen Bürokratie. Das Ende vom Lied sieht also so aus: keine SIN (also erst mal keine Arbeit) und keine Krankenversicherung (jedenfalls keine kanadische). Dafür aber eine Bankkarte mit der ich Punkte fürs Kinosammeln kann. Works perfectly for me.
(Heute ist übrigens der kanadische Gesundheitsminister zurück getreten. Macht Sinn, denn, so gut das kanadische Gesundheitssystem auch sein soll, es ist nicht ganz glaubwürdig, wenn der Gesundheitsminister etwa doppelt so breit wie lang ist.)
Um 4 Uhr mittags schleicht sich Müdigkeit ein. Ich sitze mit einem Buch in meinem Zimmer und höre ein aufgeregtes Quieken draussen. Die nächste halbe Stunden verbringe ich damit von Fenster zu Fenster zu rennen und den kleinen quirligen Eichhörnchen beim Futtersammeln zu zuschauen. Zwei der Tierchen rennen und springen auf den dünnen Ästchen des Walnussbaums in der Einfahrt auf und ab, machen einen heidenlärm und schmeißen die riesigen Nüsse auf den Boden. Dort sprinten zwei andere Squirrels (der Name passt viel besser zu den hyperaktiven Nagern) zwischen verschiedenen Verstecken hin und her, jeweils mit einer Nuss zwischen den Zähnen die circa halb so groß sind wie die Tierchen selbst.
Go Leafs, go! An meinem dritten Abend sitze ich vor dem Fernseher und schaue Eishockey. Toronto gegen Ottawa, beide haben in dieser Saison noch kein einziges Tor geschossen und, so wenig ich auch über die Regeln weiß, beide Teams spielen schlecht, das merke sogar ich. Der Trainer der Maple Leafs trifft den Nagel auf den Kopf: „We suck“. Da schaue ich doch viel lieber „Battle of the Blades“: Acht ehemalige Hockeyspieler machen sich vor der Kamera zum Affen in dem sie mit acht Eisprinzessinen auf dem Eis tanzen. Es gibt wirklich nichts lustigeres als diesen Hünen bei ihrem Versuch grazil über das Eis zu laufen zu zuschauen, denn alle samt sehen einfach nur plumb und unbeholfen aus und es steht ihnen ins Gesicht geschrieben das sie das nie wieder machen werden und sie den Hockeystick einer Frau vorziehen. Jedenfalls auf dem Eis.
Heute war übrigens auch der erste Tag an dem meine Socken aus der Schublade geholt wurden. Das will wirklich etwas heißen, denn ich hasse Socken und trage am liebsten bis zum ersten Schnee meine offenen Schuhe. Der erste Schnee ist tatsächlich schon gefallen. Zum Glück nicht hier, sondern irgendwo im Norden, aber der weatherforecast verheißt nichts gutes. Meine Zehen sind blau und notgedrungen habe ich meine sonnengelben Gute-Laute-Ballerinas in den Winterschlaf entlassen.
Das Wesen des Frühlings erkennt man erst im Winter, und hinter dem Ofen dichtet man die besten Mailieder. Die Freiheit ist eine Kerkerblume, und erst im Gefängnis fühlt man den Wert der Freiheit. (Heinrich Heine)
Heute werde ich meine Social Insurance Number beantragen, meine Health Card abholen und ein Bankkonto eröffnen. Als ich das letzte Mal in Canada war, ging das alles sehr schnell und ohne große Reiberein. Diesmal ist alles anders. Es stellt sich heraus, das ich schon eine SIN habe, die allerdings nicht mehr gültig ist, weil ich sie fünf Jahre nicht benutzt habe. Drei Formulare später darf ich gehen, ohne SIN. Die bekomme ich per Post, sobald alle Formulare im Headquarter akzeptiert wurden.
Als nächstes kommt die Krankenversicherung. Die nette Dame am Schalter erklärt mir, dass ich jeweils ein Dokument aus drei verschiedenen Listen brauche. Zwei davon besitze ich schon, mein Birth Certificate und meinen Pass, fehlt nur noch ein Dokument aus Liste 2 mit meiner kanadischen Adresse. Am besten einen Kontoauszug. Also machen wir uns auf zur Bank. Ich bekomme ein Konto und eine nigelnagelneue, rotglitzernde EC-Karte mit silbernen Funkelsternchen. Damit kann ich nicht nur bezahlen und Geld abheben, ich sammle auch bei jeder Benutzung Punkte, die ich dann im Kino einlösen kann und somit vielleicht nie wieder Eintritt fürs Kino zahlen muss. Für eine Kinogängerin wie mich könnte das fatale Folgen haben.
Zurück zur netten Health Card Lady: Sie gibt mir zu verstehen das ich einen zugeschickten Kontoauszug benötige, nicht einen in der Bank ausgestellte. Aha. Und zusätzlich bräuchten sie auch noch mein Ticket, das belegt wann ich wieder nach Canada eingereist bin. Aha. Gut. Ich dachte Deutschland wäre das Land der unnötigen Bürokratie. Das Ende vom Lied sieht also so aus: keine SIN (also erst mal keine Arbeit) und keine Krankenversicherung (jedenfalls keine kanadische). Dafür aber eine Bankkarte mit der ich Punkte fürs Kinosammeln kann. Works perfectly for me.
(Heute ist übrigens der kanadische Gesundheitsminister zurück getreten. Macht Sinn, denn, so gut das kanadische Gesundheitssystem auch sein soll, es ist nicht ganz glaubwürdig, wenn der Gesundheitsminister etwa doppelt so breit wie lang ist.)
Um 4 Uhr mittags schleicht sich Müdigkeit ein. Ich sitze mit einem Buch in meinem Zimmer und höre ein aufgeregtes Quieken draussen. Die nächste halbe Stunden verbringe ich damit von Fenster zu Fenster zu rennen und den kleinen quirligen Eichhörnchen beim Futtersammeln zu zuschauen. Zwei der Tierchen rennen und springen auf den dünnen Ästchen des Walnussbaums in der Einfahrt auf und ab, machen einen heidenlärm und schmeißen die riesigen Nüsse auf den Boden. Dort sprinten zwei andere Squirrels (der Name passt viel besser zu den hyperaktiven Nagern) zwischen verschiedenen Verstecken hin und her, jeweils mit einer Nuss zwischen den Zähnen die circa halb so groß sind wie die Tierchen selbst.
Go Leafs, go! An meinem dritten Abend sitze ich vor dem Fernseher und schaue Eishockey. Toronto gegen Ottawa, beide haben in dieser Saison noch kein einziges Tor geschossen und, so wenig ich auch über die Regeln weiß, beide Teams spielen schlecht, das merke sogar ich. Der Trainer der Maple Leafs trifft den Nagel auf den Kopf: „We suck“. Da schaue ich doch viel lieber „Battle of the Blades“: Acht ehemalige Hockeyspieler machen sich vor der Kamera zum Affen in dem sie mit acht Eisprinzessinen auf dem Eis tanzen. Es gibt wirklich nichts lustigeres als diesen Hünen bei ihrem Versuch grazil über das Eis zu laufen zu zuschauen, denn alle samt sehen einfach nur plumb und unbeholfen aus und es steht ihnen ins Gesicht geschrieben das sie das nie wieder machen werden und sie den Hockeystick einer Frau vorziehen. Jedenfalls auf dem Eis.
Heute war übrigens auch der erste Tag an dem meine Socken aus der Schublade geholt wurden. Das will wirklich etwas heißen, denn ich hasse Socken und trage am liebsten bis zum ersten Schnee meine offenen Schuhe. Der erste Schnee ist tatsächlich schon gefallen. Zum Glück nicht hier, sondern irgendwo im Norden, aber der weatherforecast verheißt nichts gutes. Meine Zehen sind blau und notgedrungen habe ich meine sonnengelben Gute-Laute-Ballerinas in den Winterschlaf entlassen.
Das Wesen des Frühlings erkennt man erst im Winter, und hinter dem Ofen dichtet man die besten Mailieder. Die Freiheit ist eine Kerkerblume, und erst im Gefängnis fühlt man den Wert der Freiheit. (Heinrich Heine)
Montag, 5. Oktober 2009
Angekommen
Ich bin hier. Angekommen in meiner Zukunft. Hoffe ich jedenfalls. Der Abschied war genauso wie ich es mir vorgestellt habe: Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung. (Fontane). Und Euphemia von Adlersfeld hat auch recht: Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte. Und es verleitet auch immer dazu Dinge zutun, die man sonst wohl nie getan hätte.
Nachdem mein Flug schon dreimal ausgerufen wurde, ich meinen schönen kurzen Abschied aber bis zum letzten auskosten musste, sprinte ich durch die Passkontrolle zu meinem Gate und -schwupps- sitze ich auch schon auf meinem Fensterplatz hinter dem Flügel. So eine kurze Wartezeit hatte ich noch nie. Ich merke eine kleine Hand in meinem Haaren. Mein neuer Freund für die nächsten acht Stunden heißt Jack ist vier Jahre alt und singt ab jetzt immer wieder „Carla, Carla, Carla is so beautiful and her hair is so pretty“ und dazwischen werde ich abgeknutscht. Das nenne ich einen guten Start. Vor mir sitzen drei saufwütige Canadier, die sich prächtig über mich und Jack amüsieren.
Acht Stunden und 45 Minuten, eine Chicken Mahlzeit und einem Pizza Snack, etlichen Seven Ups, 328 Seiten von „The Time Traveller's Wife“, unzähligen Küssen von Jack später steht ich als Canadierin vor einem Zollbeamten, der mich zu Hause willkommen heißt und mich durchwinkt. Irgendjemand scheint es sehr gut mit mir zu meinen, denn zum ersten Mal muss ich nicht auf meinem Koffer warten. Schon von weitem sehe ich meinen großen hellblauen Trolly über das Band rollen, ich hiefe die 28 Kilo (28,9 kg um genau zu sein) vom Band und mach mich auf den Weg nach draussen.
Zwei Stunden später sitze ich mit einem Gläschen Rosé und leckerem carrotcake vor dem Fernseher und schaue mir die neue Folge Desperate Housewives an. Das Haus riecht noch genauso wie vor acht Jahren, das Wasserrauschen vom See weckt Erinnerungen und Mindy, die Katze, scheint mir sagen zu wollen das sie mich kennt, aber nicht genau weiß woher.
Nach einer angenehmen Nachtruhe wache ich um halb vier Uhr morgens auf. Halb 10 in Deutschland. Ich fange an zu lesen und döse abundan einwenig, bis es Zeit ist aufzustehen. Wenn es stimmt, dass das was man in der ersten Nacht in einem neuen Bett träumt in Erfüllung geht, bin ich sehr gespannt auf das was kommt. Denn das wäre nicht im entferntesten etwas womit ich rechnen würde. Trotzdem ein sehr realer und wahnsinnig schöner Traum.
Nach einer Dusche, Cheerios und Kaffee und dem schönsten Ausblick der Welt mach ich mich ans auspacken und einrichten. Mein Zimmer sieht noch fast genauso aus wie vor acht Jahren, als ich das letzte Mal hier wohnte. Mit Schrecken muss ich feststellen das mein Kleiderschrank tatsächlich um einiges geschrumpft ist und es doch viel weniger ist als ich eigentlich dachte und das wo ich jetzt doch einen begehbaren Kleiderschrank habe. Gut das Klamotten hier günstig sind und ich gerne einkaufen gehe. Nichtsdestotrotz erinnert mich das an meinem Traum und das er vielleicht tatsächlich eintreten könnte. Wir werden ja sehen. Ich lass mich überraschen.
Leider ist das Internet hier seeeeeehr langsam, jetzt merke ich erst wie weit vom Schuß ich die nächste Zeit leben werde und bin einerseits froh meine Online-Sucht notgedrungen eindämmen zu können, andererseits unglaublich nervös nicht ständig online sein zu können. (Entzugserscheinungen jetzt schon?).
Und jetzt noch ein kleiner Aufruf: Wer eine Postkarte möchte, bitte Adresse mailen! Ich liebe Postkartenschreiben und solange ich noch die Muse dazu habe und mich wie im Urlaub fühle mach ich es auch. Versprochen. :-)
Nachdem mein Flug schon dreimal ausgerufen wurde, ich meinen schönen kurzen Abschied aber bis zum letzten auskosten musste, sprinte ich durch die Passkontrolle zu meinem Gate und -schwupps- sitze ich auch schon auf meinem Fensterplatz hinter dem Flügel. So eine kurze Wartezeit hatte ich noch nie. Ich merke eine kleine Hand in meinem Haaren. Mein neuer Freund für die nächsten acht Stunden heißt Jack ist vier Jahre alt und singt ab jetzt immer wieder „Carla, Carla, Carla is so beautiful and her hair is so pretty“ und dazwischen werde ich abgeknutscht. Das nenne ich einen guten Start. Vor mir sitzen drei saufwütige Canadier, die sich prächtig über mich und Jack amüsieren.
Acht Stunden und 45 Minuten, eine Chicken Mahlzeit und einem Pizza Snack, etlichen Seven Ups, 328 Seiten von „The Time Traveller's Wife“, unzähligen Küssen von Jack später steht ich als Canadierin vor einem Zollbeamten, der mich zu Hause willkommen heißt und mich durchwinkt. Irgendjemand scheint es sehr gut mit mir zu meinen, denn zum ersten Mal muss ich nicht auf meinem Koffer warten. Schon von weitem sehe ich meinen großen hellblauen Trolly über das Band rollen, ich hiefe die 28 Kilo (28,9 kg um genau zu sein) vom Band und mach mich auf den Weg nach draussen.
Zwei Stunden später sitze ich mit einem Gläschen Rosé und leckerem carrotcake vor dem Fernseher und schaue mir die neue Folge Desperate Housewives an. Das Haus riecht noch genauso wie vor acht Jahren, das Wasserrauschen vom See weckt Erinnerungen und Mindy, die Katze, scheint mir sagen zu wollen das sie mich kennt, aber nicht genau weiß woher.
Nach einer angenehmen Nachtruhe wache ich um halb vier Uhr morgens auf. Halb 10 in Deutschland. Ich fange an zu lesen und döse abundan einwenig, bis es Zeit ist aufzustehen. Wenn es stimmt, dass das was man in der ersten Nacht in einem neuen Bett träumt in Erfüllung geht, bin ich sehr gespannt auf das was kommt. Denn das wäre nicht im entferntesten etwas womit ich rechnen würde. Trotzdem ein sehr realer und wahnsinnig schöner Traum.
Nach einer Dusche, Cheerios und Kaffee und dem schönsten Ausblick der Welt mach ich mich ans auspacken und einrichten. Mein Zimmer sieht noch fast genauso aus wie vor acht Jahren, als ich das letzte Mal hier wohnte. Mit Schrecken muss ich feststellen das mein Kleiderschrank tatsächlich um einiges geschrumpft ist und es doch viel weniger ist als ich eigentlich dachte und das wo ich jetzt doch einen begehbaren Kleiderschrank habe. Gut das Klamotten hier günstig sind und ich gerne einkaufen gehe. Nichtsdestotrotz erinnert mich das an meinem Traum und das er vielleicht tatsächlich eintreten könnte. Wir werden ja sehen. Ich lass mich überraschen.
Leider ist das Internet hier seeeeeehr langsam, jetzt merke ich erst wie weit vom Schuß ich die nächste Zeit leben werde und bin einerseits froh meine Online-Sucht notgedrungen eindämmen zu können, andererseits unglaublich nervös nicht ständig online sein zu können. (Entzugserscheinungen jetzt schon?).
Und jetzt noch ein kleiner Aufruf: Wer eine Postkarte möchte, bitte Adresse mailen! Ich liebe Postkartenschreiben und solange ich noch die Muse dazu habe und mich wie im Urlaub fühle mach ich es auch. Versprochen. :-)
Samstag, 3. Oktober 2009
Koffer gepackt.
Gibt es einen schöneren Start in den letzten Tag zu Hause als einen leckeren Milchkaffee und frische knusprige Croissants mit Butter? Und danach eine Spazierfahrt durch die sonnendurchflutete Pfalz mit ihrem langsam herbstlaubfarben werdenenden Wingerten und strahlend blauem Himmel? Genau so und nicht anders möchte ich alles in Erinnerung behalten: Wunderschön. Vorallem da ich weiß das es morgen nochmal so ein gutes Frühstück gibt, dann zwar nochmal mit richtigem Schwarzbrot, aber mindestens genauso gut.
Der Koffer ist gepackt. Zum gefühlten tausendsten Mal und leider mit einem wesentlich geringeren Kleideranteil als eigentlich gedacht. Würde ich aus Hawaii nach Kanada einfliegen dürfte ich 50 Kilogramm Gepäck aufgeben, so sind es nur 23 und ich möchte wirklich wissen warum. In Hawaii braucht man doch nichts zum anziehen. Oder sind die Hawaiianer so verfroren das sie 50 Kilo Wintermäntel mitnehmen müssen, selbst im Oktober? Das nächste Mal werde ich nach Hawaii verschwinden. Ist ja eh viel wärmer. Achso...war es nicht eben genau der unglaublich kalte, dafür aber unglaublich schöne sonnige Winter der mich an Canada besonders reizt? ;-) Wir sprechen uns im April nochmal....;-)
Heute ist also mein letzter Tag. Er hat unglaublich schön begonnen, etwas hektisch zwar, dafür bin ich jetzt die Ruhe selbst und kann es selbst noch gar nicht richtig fassen das ich morgen Abend (Nacht in Deutschland) mir Desperate Housewives im Original anschauen werde, gemütlich ein Gläschen Eiswein oder eine Dose Labatt Blue oder Canada Dry dabei gönnen werde und mich auf das Pancake Frühstück mit Maplesirup am nächsten Tag freuen werde.
Ich freue mich morgen nachmittag alleine am Flughafen zu sitzen, zu warten, Menschen zu beobachten und mir Gedanken über meine Zukunft machen zu können. Mit einer Tasse Milchkaffee und jede Menge wahnsinnig schöne Erinnerungen an die letzten Wochen hier.
Jetzt werde ich aber doch nochmal meinen Koffer zum 1001 Mal aufmachen, ausräumen, einräumen, wiegen. Und dann vielleicht tatsächlich schon ins Auto packen um ja nicht nochmal in Versuchung zu geraten.
Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung. (Theodor Fontane)
Der Koffer ist gepackt. Zum gefühlten tausendsten Mal und leider mit einem wesentlich geringeren Kleideranteil als eigentlich gedacht. Würde ich aus Hawaii nach Kanada einfliegen dürfte ich 50 Kilogramm Gepäck aufgeben, so sind es nur 23 und ich möchte wirklich wissen warum. In Hawaii braucht man doch nichts zum anziehen. Oder sind die Hawaiianer so verfroren das sie 50 Kilo Wintermäntel mitnehmen müssen, selbst im Oktober? Das nächste Mal werde ich nach Hawaii verschwinden. Ist ja eh viel wärmer. Achso...war es nicht eben genau der unglaublich kalte, dafür aber unglaublich schöne sonnige Winter der mich an Canada besonders reizt? ;-) Wir sprechen uns im April nochmal....;-)
Heute ist also mein letzter Tag. Er hat unglaublich schön begonnen, etwas hektisch zwar, dafür bin ich jetzt die Ruhe selbst und kann es selbst noch gar nicht richtig fassen das ich morgen Abend (Nacht in Deutschland) mir Desperate Housewives im Original anschauen werde, gemütlich ein Gläschen Eiswein oder eine Dose Labatt Blue oder Canada Dry dabei gönnen werde und mich auf das Pancake Frühstück mit Maplesirup am nächsten Tag freuen werde.
Ich freue mich morgen nachmittag alleine am Flughafen zu sitzen, zu warten, Menschen zu beobachten und mir Gedanken über meine Zukunft machen zu können. Mit einer Tasse Milchkaffee und jede Menge wahnsinnig schöne Erinnerungen an die letzten Wochen hier.
Jetzt werde ich aber doch nochmal meinen Koffer zum 1001 Mal aufmachen, ausräumen, einräumen, wiegen. Und dann vielleicht tatsächlich schon ins Auto packen um ja nicht nochmal in Versuchung zu geraten.
Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung. (Theodor Fontane)
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