Normalerweise freue ich mich tierisch darauf, denn es sind zwei Wochenenden voller Wiedersehen, Wein und gutem Essen. Dieses Mal fühle ich mich schwer und lustlos. Wahrscheinlich habe ich Angst davor so viele meiner Freunde zu treffen, weil es nach diesem Wochenende schon heißt, die ersten zu verabschieden.
Am nächsten Morgen stehe ich vor der Haustür und suche meinen Schlüssel. Ich bin gerade vom Weinfest nach Hause gekommen, drinnen riecht es nach Kaffee und aufgebackenen Brötchen. Wider Erwarten kam ich am Vorabend auf dem Weinfest an und das Gefühl der Lustlosigkeit war verschwunden. Hatte sich verabschiedet bei der Fahrt mit dem Rad durch das Feld, und mit dem ersten Duft von gebrannten Mandeln und Zuckerwatte in der Nase bekam ich Lust zu feiern. Am Ende der langen Nacht saß ich im Wingert und betrachtete den Sonnenaufgang mit dem letzten Schluck Rieslingschorle. Herrlich. Wahrscheinlich hatte ich genau davor Angst. Nicht so sehr vor den ersten Verabschiedungen, sondern davor, wie schön meine pfälzische Heimat ist, wie lecker der Wein schmeckt und wie lange man feiern kann ohne müde zu werden. Und natürlich der Morgen danach, wenn man im Feld sitzt, die Trauben von den Reben essen kann und dabei der Sonne beim aufwachen zusieht. Ich werde es vermissen. Ganz schön. Aber jetzt kommt sowieso der Winter, und der wird in Kanada viel schöner sein als hier.
Denn nichts ist doch süßer als unsere Heimat und Eltern, wenn man auch in der Fern' ein Haus voll köstlicher Güter unter fremden Leuten, getrennt von den Seinen, bewohnet. (Homer)
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