Frauen sagt man ja generell schon nach immer zu viel Gepäck mit zu nehmen. Was aber, wenn ich nun für unbestimmte Zeit aber für mindestens über ein halbes Jahr packen muss und nur 25 kg mit nehmen darf? Es fällt mir wahnsinnig schwer meine ganzen Bücher zurück zulassen und mich nur auf das Nötigste zu reduzieren. Kleider kann man eigentlich kaufen. Das muss ich wahrscheinlich sowieso, denn ob ich das richtige Winterzeug für Kanada habe ist sehr fraglich. Meine Pflanzen lassen die Blätter hängen und beinahe hätte ich vergessen ihnen neue Besitzer zu suchen. Kommt auf die „To do – in Deutschland“ Liste.
Ich fange an meinen Abschied zu planen. Am besten feiert sich in einer halb leeren Wohnung, also wird das Datum auf den Tag meines Auszugs gesetzt. Ich überlege wen ich alles da haben möchte und ob 93 Leute tatsächlich in meine kleine Wohnung passen würden. Oder ob ich vielleicht doch lieber, ganz klamm und heimlich und leise aus dem Leben der anderen verschwinden soll. So das niemand es bemerkt und erst nach ein paar Wochen jemand mal mailt wo ich denn stecke. Kann ich nicht tun. Dafür wissen es mittlerweile schon zu viele. Und ich muss mir ganz ehrlich eingestehen das ich mich jedes Mal viel zu sehr freue wenn mich jemand auf meine Pläne anspricht, den Neid und die Bewunderung für meinen Mut in den Stimmen höre.
Das komische Gefühl in der Magengegend wird schlimmer. Ich weiß nicht was mich erwartet. Selbst der klitzekleine Trost, jeder Zeit wieder zurück kommen zu können und dann wenigstens ein bisschen Auslandserfahrung zu haben, tröstet gerade nicht so sehr. Denn falls nichts klappt bin ich die Versagerin. Wie bei „Goodbye Deutschland“ oder in einer der unzähligen anderen Auswanderungsshows, bei denen ich mich immer über die Menschen lustig mache, die es nicht schaffen.
Sicher ist, das nichts sicher ist. Selbst das nicht. (Ringelnatz)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen