Montag, 16. November 2009

I'm walking...

Eine Woche voller Sonnenschein liegt hinter mir. Mit jedem neuen Tag gab es einen neuen Spaziergang (Trail) für mich zu entdecken. Am letzten Sonntag habe ich ein Indiander-Grabhügel besucht, dabei einen knallroten Kardinal (Vogel) gesehen, jede Menge Blue Jays (noch mehr Vögel) und meine geliebten Eichhörnchen.
Am Montag haben wir 'the World's Finest' Schokoladenfabrik besucht (die im Gegensatz zu Mannheim kein bisschen nach Schokolade riecht), voll mit schokoüberzogenen Nüssen und Rosinen, Milchschokolade gefüllt mit Karamel, Kirschschnaps oder Kokos alle samt in weihnachtlicher Deko verpackt und ready to go into the stockings. Kaum ist also Halloween vorbei, hält Weihnachten Einzug in die Geschäfte und in die Häuser, die jetzt schon alle voller Lichterketten hängen und in ihren Gärten lebensgroße, beleuchtete Schneemänner, Santas und Rentiere stehen haben. Keine Werbung ohne 'Ho Ho Ho', Weihnachtsbaum oder Jingle Bells Glockengeläute. Eins muss man den Kanadiern aber lassen, sie finden in jedem Feiertag die Möglichkeit Gutes zu tun: für einen guten Zweck werden Spielzeuge gesammelt, Essenspackete gespendet und Geld für wohltätige Organisationen gesammelt. (Mit Ausnahme von drei Männern die Anfang Oktober einen LKW voller gespendeter Kuscheltiere geklaut haben).
Am Dienstag habe ich mich wagemutig über eine Hängebrücke gewagt, die zu meinem Schrecken auch noch nur aus Gittern bestand (und ich normalerweise einen seeeeeeehr großen Bogen um jegliche Gitter mache, über die man laufen müsste). Todesmutig habe ich also die Brücke bezwungen, unter mir rauschendes Wasser, das nur darauf gewartet hat das ich rein falle. Auf der anderen Seite angekommen gab es eine Miniaturausgabe der Niagara Fälle und die Erkenntnis, dass es kein anderen Weg zurück zum Auto gibt als über die Brücke. Zwei Mutproben an einem Tag bestanden.
Der nächste Trail führte mich nach Warsaw. Wieso man eine Stadt nach einer anderen Stadt benennt bleibt mir ein Rätsel. Mitten im November, bei 13 Grad Celsius, einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 90% stapfe ich über grünen Moos-Waldboden und seltsam natur-geformte Steinplatten. Es riecht nach Pinien (erinnert mich immer an campen), feuchtem Moos und klarem Quellwasser. Außer dem Rauschen des Flusses und einem aufgebrachten Blue Jay, hört man nur seine eigenen dumpfen Schritte auf dem Waldboden. Nach zwei Stunden fühle ich mich wie frisch aus einem Spa, meine Haut ist von der Waldluft ganz weich und meine Haare kräuseln sich von der hohen Luftfeuchtigkeit.

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