Dienstag, 3. November 2009

A little lost

Wieviel Mut muss man haben um sich in ein neues, ungewisses Leben zu stürzen? Sehr viel, wuerden wohl die meisten antworten. Gar nicht viel, wuerde ich sagen. Jedenfalls nicht wenn man das Privileg hat zwei Staatsangehörigkeiten zu besitzen (ohne die ich jetzt nicht hier sitzen wuerde). Anonsten reicht eine große Portion Optimismus. Man muss vielleicht auch ein wenig an sich selbst glauben und Lust auf etwas Neues haben.
Nichtsdestotrotz kommen mir immer wieder Zweifel wirklich das richtige getan zu haben. So ueberstuerzt mich auf zu machen in mir unbekannte Gewässer, mit nichts in der Tasche als einen Bachelorabschluss, einem Koffer voller Kleider, eine sehr, sehr große Portion Optimismus und auch ein kleines bisschen der Drang mich selbst zu finden.
Nach einem Monat munterem Ämtertingeltangel, Jobsuche, Workshops, Bowlingabende, Hockeyspielen und zahlreiche Erkentnisse über die kanadische Gesellschaft und ihre Sitten und Bräuche, verlässt mich mein Optimismus mit jedem Tag ein bisschen mehr noch in diesem Jahr einen Job zu finden und ich frage mich jeden Tag aufs neue ob ich nicht doch etwas zu unueberlegt gehandelt habe. Hätte ich vielleicht nicht doch lieber warten sollen, bis ich einen Job in der Tasche habe, und dann erst meinen Flug buchen...?
Andererseits wollte ich doch auch ein bisschen reisen und dazu wäre jetzt ein guter Zeitpunkt. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr muss ich feststellen, dass ich kein Mensch bin der sich gerne alleine in Abenteuer stürzt. Jedenfalls nicht in Reiseabenteuer. Liebend gerne würde ich mir jetzt ein Auto kaufen, mit jemanden eine Reiseroute aussuchen und mich auf ins Roadtrip-Abenteuer machen. Aber ganz alleine? Dazu fehlt mir der Mut, muss ich mir ganz ehrlich und unverbluemt eingestehen.
Die Flinte ins Korn werfen kommt aber nicht in Frage. Dazu ist es zu früh, und ich zu stolz. Mit einem neuen Monat kommen neue Möglichkeiten. Mein Englisch verbessert sich von Tag zu Tag, ich weiß jetzt wie hier der Bewerbungsprozess abläuft, habe eine ganze Menge neue Menschen kennen gelernt. Und sollte ich am Ende diesen Monats wirklich keinen Job in der Tasche habe, verbringe ich Weihnachten eben zu Hause, bombardiere weiterhin sämtliche für mich interessante Human Resources mit meinem Lebenslauf und starte einen neuen Versuch im Januar im nächsten Jahr (Vielleicht findet sich ja dann auch jemand der Lust hat auf einen Roadtrip von Coast zu Coast.). Den Wille verliere ich nicht so schnell, höchstens die Liquidität.
Man soll die Dinge so nehmen wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, daß die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte. (Curt Goetz)

2 Kommentare:

  1. Wer schon so weit gekommen ist, der lässt sich nicht so leicht unterkriegen, und du sowieso nicht, Du kriegst das schon hin;) Wenn ich nicht so wenig Urlaub hättte würd ich SOFORT in den Flieger steigen und Kanada mit Dir unsicher machen! Aber kommt Zeit kommt Rat und irgendwann komme ich auch!;)
    Liebe Grüße aus München, Brief ist unterwegs.
    Kisses, Anna

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  2. wäre meine Liquidität größer und hätte ich mehr Zeit - ich wäre sofort dabei und würde eine reiseroute planen... gib ncih auf, das wird schon!
    ach - hast mal bei couchsurfing.com geschaut? Vielleicht gibts bei dir in der Nähe ne kleine community und da lernt man immer reisefreudige Menschen kennen!
    Gruß, Larissa

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